Bodenplatte und Industrieboden: gutachterliche Begleitung für Logistik- und Produktionshallen
Die Bodenplatte entscheidet, ob Regale, Stapler und Schmalganggeräte so arbeiten können wie geplant. Unsere Bauingenieure prüfen Planung und Ausschreibung, überwachen Unterbau und Betonage, lassen die Ebenheit messen und begleiten die Abnahme. Auf Wunsch prüfen wir zusätzlich Dach und Sandwichfassade.
Fachlich geprüft: 4. November 2026
Die Schneider Theißing GmbH ist ein Ingenieurbüro mit Sitz in Zwingenberg an der Bergstraße. Für Bauherren, Investoren, Nutzer und Generalunternehmer begleiten unsere Bauingenieure die Bodenplatte von Logistik- und Produktionshallen in vier Bausteinen, die sich einzeln beauftragen lassen. Wir arbeiten in Rhein-Main, an der Bergstraße und in Rhein-Neckar, für Hallenprojekte auch überregional. In einem Projekt arbeiten wir immer nur für eine Partei.
- Planung und Ausschreibung prüfen: Bodenaufbau, Bettung, Bewehrung oder Stahlfaser, Fugenplan, Ebenheitsklasse, Lasten
- Ausführung überwachen: Unterbau, Betonage, Oberfläche, Nachbehandlung
- Ebenheit messen lassen und bewerten, nach DIN 18202 oder für Schmalganglager, durch einen spezialisierten Messdienstleister
- Abnahme begleiten und Mängel verfolgen
- Optional: Dach und Sandwichfassade
Ausgangslage bei Bodenplatten in Hallen
Die Bodenplatte ist das am stärksten genutzte Bauteil einer Logistik- oder Produktionshalle. Regalstützen leiten hohe Einzellasten ein, Stapler überfahren täglich die Fugen. Fehler in Unterbau, Fugenplan oder Ebenheit lassen sich nach dem Einräumen der Regale kaum noch beheben, ohne den Betrieb zu stören.
Hinzu kommt der Vertrag. In funktionalen Leistungsbeschreibungen steht oft nur „Industrieboden nach DIN 18202“. Lasten, Ebenheitszeile, Fugenplan und Messverfahren bleiben offen. Was nicht vereinbart ist, ist später schwer einzufordern.
- Lastangaben aus dem Regal- und Staplerkonzept fehlen in der Ausschreibung
- Die Ebenheitszeile oder die Anforderungen für Schmalgänge sind nicht vereinbart
- Der Fugenplan fehlt oder passt nicht zum Regallayout
- Für den Unterbau sind keine Plattendruckversuche vorgesehen
- Die Platte soll betoniert werden, bevor Dach und Fassade geschlossen sind
- Risse, Kantenausbrüche oder Unebenheiten zeigen sich vor der Abnahme
Wir arbeiten für den Bauherrn oder für den Generalunternehmer, im selben Projekt nie für beide. Wie wir Logistikhallen insgesamt begleiten, beschreibt Logistikimmobilien: Bauüberwachung und Projektsteuerung.
Anfrage zur Bodenplatte oder zum Industrieboden
Leistungsbausteine der gutachterlichen Begleitung
Lasten, Bodenaufbau, Bewehrung oder Stahlfaser, Fugenplan und Ebenheitsklasse gegen Nutzung und Vertrag.
Haltepunkte von Planum und Tragschicht bis Nachbehandlung und Fugenschnitt.
Messung durch spezialisierten Messdienstleister nach DIN 18202 oder in Schmalgängen, Bewertung gegen den Vertrag.
Unterlagen, Begehung, Protokoll mit Vorbehalten und Mängel bis zur Beseitigung.
Dachabdichtung, Anschlüsse, Entwässerung und Befestigung der Sandwichelemente.
Baustein 1: Planung und Ausschreibung der Bodenplatte prüfen
Vor der Vergabe, spätestens vor der ersten Betonage, prüfen wir, ob Planung und Vertrag die Nutzung abbilden. Grundlage sind das Regal- und Staplerkonzept des Nutzers, das Baugrundgutachten, die Bodenplattenplanung und die Leistungsbeschreibung.
- Nutzungslasten: Regalfußlasten mit Größe der Fußplatten, Radlasten und Bereifung der Stapler, Flächenlasten, Maschinen und Abstellflächen. Für Gabelstapler nennt die Arbeitshilfe 42.1 von bauforumstahl Einzellasten von 10 bis 170 kN.
- Bodenaufbau und Bettung: Untergrund, Tragschicht, Gleit- oder Trennschicht, gegebenenfalls Dämmung. Dazu die geforderten Verformungsmoduln aus Baugrundgutachten und Bemessung.
- Bewehrung oder Stahlfaser: unbewehrt, mit Betonstahl, mit Stahlfasern oder kombiniert. Entscheidend ist auch, ob die Platte tragende oder aussteifende Aufgaben hat. Davon hängt ab, welches Regelwerk gilt.
- Fugenplan: Art, Lage und Abstand der Schein-, Press- und Raumfugen, Querkraftübertragung, Fugenprofile in Fahrwegen und die Lage der Fugen zu Regalstützen.
- Ebenheitsklasse: die Zeile der DIN 18202, Tabelle 3, oder gesonderte Anforderungen für Schmalganglager, jeweils mit Messverfahren und Messzeitpunkt.
- Beton und Oberfläche: Expositionsklasse, Verschleißwiderstand, Hartstoffeinstreuung oder Beschichtung, Rutschhemmung und Nachbehandlung.
- Ablauf: Betonierabschnitte, Witterungsschutz, Stand von Dach und Fassade, Nutzungsbeginn, Termin der Fugenfüllung.
Fachlicher Bezug: Der Objektplaner überwacht in der Leistungsphase 8 die Ausführung unter anderem auf Übereinstimmung mit Verträgen, Ausführungsunterlagen und den allgemein anerkannten Regeln der Technik (HOAI, Anlage 10.1). Die Kontrolle der Betonherstellung und -verarbeitung auf der Baustelle in besonderen Fällen und die betontechnologische Beratung sind dagegen Besondere Leistungen der Tragwerksplanung (HOAI, Anlage 14, Leistungsphase 8). In der Praxis sind sie deshalb oft nicht beauftragt. Hier setzt die gutachterliche Begleitung an.
Arbeitsergebnisse der Planungsprüfung
- Prüfvermerk zur Planung mit offenen Punkten, Widersprüchen und dem, was vor Vergabe oder Betonage zu klären ist.
- Anforderungsliste für Ausschreibung oder Bauvertrag mit Lasten, Ebenheit, Fugen, Messverfahren und Unterlagen zur Abnahme.
- Prüfplan mit Haltepunkten für die Ausführung, abgestimmt mit Bauleitung und Planung.
Aufbau, Dicke, Unterbau und Fugenplan erklärt der Ratgeber Bodenplatte einer Halle planen.
Baustein 2: Unterbau, Betonage und Nachbehandlung überwachen
Auf der Baustelle prüfen wir an Haltepunkten. Ein Haltepunkt ist ein Zeitpunkt, zu dem ein Arbeitsschritt geprüft und freigegeben wird, bevor der nächste ihn verdeckt:
- Planum und Tragschicht: Verdichtung, Höhenlage, Plattendruckversuche nach DIN 18134 an repräsentativen Stellen, nachverfüllte Arbeitsräume an Fundamenten, Rinnen und Grundleitungen.
- Gleit- oder Trennschicht: Lagen, Überlappung, keine Falten oder Löcher.
- Bewehrung oder Fasern: Lage, Betondeckung und Abstandhalter nach Plan; bei Stahlfaserbeton Fasertyp und Dosierung nach Lieferschein und nach den Prüfvorgaben der Planung.
- Einbauteile: Anker, Rinnen, Schächte, Leerrohre und Fugenprofile in der richtigen Höhenlage.
- Betonage: Lieferscheine gegen Betonbestellung, Konsistenz, Einbau und Verdichtung, Wetter und Temperatur, Grenzen der Abschnitte.
- Oberflächenbearbeitung: Zeitpunkt und Art des Glättens, Hartstoffeinstreuung nach Vorgabe.
- Nachbehandlung: Beginn, Verfahren und Dauer. Bei Verschleißbeanspruchung in den Expositionsklassen XM ist die Mindestdauer nach DIN 1045-3 ohne genaueren Nachweis zu verdoppeln.
- Fugenschnitt: Zeitpunkt, Tiefe und Lage gegen den Fugenplan.
Fachlicher Bezug: Ist die VOB/B vereinbart, sind Leistungsteile, die durch den Weiterbau der Prüfung entzogen werden, auf Verlangen gemeinsam festzustellen (§ 4 Abs. 10 VOB/B). Für Unterbau und Bewehrung ist das der letzte Zeitpunkt einer direkten Prüfung. Bedenken gegen die Vorleistung eines anderen, etwa gegen ein zu weiches Planum, muss ein Unternehmer unverzüglich schriftlich mitteilen (§ 4 Abs. 3 VOB/B). Unsere Protokolle halten fest, was wann geprüft und freigegeben wurde.
Arbeitsergebnisse der Ausführungsüberwachung
- Prüfprotokoll je Haltepunkt mit Fotos, Messwerten und Freigabe oder Sperrung.
- Betonierprotokoll je Abschnitt mit Lieferscheinabgleich, Wetter, Einbau, Oberflächenbearbeitung und Nachbehandlung.
- Mängel- und Hinweisliste mit Verantwortlichem, Frist und Nachweis der Beseitigung.
Wie Prüfpläne mit Haltepunkten aufgebaut sind, zeigt der Ratgeber Qualitätssicherungsplan und Prüfplan.
Baustein 3: Ebenheitsmessung des Hallenbodens
Gemessen wird gegen die vereinbarte Anforderung. DIN 18202 in der Ausgabe 2019-07 bewertet die Ebenheit über das Stichmaß. Das ist der Abstand zwischen einer Messlinie über zwei Hochpunkten und dem tiefsten Punkt dazwischen. Die zulässigen Werte steigen mit dem Abstand der Messpunkte.
| Zeile und Anwendung | 1 m | 4 m | 10 m | 15 m |
|---|---|---|---|---|
| Zeile 2: nicht flächenfertige Oberseiten unter Bodenaufbauten; nach Fachveröffentlichungen auch flächenfertige Oberseiten für untergeordnete Zwecke und monolithische Betonböden | 8 | 12 | 15 | 20 |
| Zeile 3: flächenfertige Böden, zum Beispiel Nutzestriche und Estriche für Bodenbeläge | 4 | 10 | 12 | 15 |
| Zeile 4: wie Zeile 3, mit erhöhten Anforderungen | 3 | 9 | 12 | 15 |
Ein monolithischer Betonboden wird ohne Estrich direkt genutzt. Ohne Vereinbarung ist er nicht automatisch nach Zeile 3 oder 4 zu beurteilen. Für Logistikflächen gehört die Zeile deshalb in den Vertrag. Ein Normentwurf E DIN 18202:2026-08 liegt vor. Nach Angaben von DIN Media überarbeitet er unter anderem die Zuordnung der Ebenheitswerte in Tabelle 3. Bis die neue Norm erscheint, bleibt die Ausgabe 2019-07 aktuell.
Schmalganglager mit leitliniengeführten Geräten
In Schmalgängen fahren Geräte mit angehobener Last dicht an den Regalen. Maßgebend ist die Ebenheit in den Radspuren, längs und quer. Verträge verweisen dafür häufig auf DIN 15185-1. Die Ausgabe 1991-08 ist nach Angaben von DIN Media zurückgezogen, eine Nachfolgeausgabe gibt es nicht. Vertraglich vereinbaren lässt sie sich trotzdem. Daneben gibt es die VDMA-Richtlinie „Böden für den Einsatz von Schmalgang-Flurförderzeugen“ mit Stand September 2010. Die europäische Regalnorm EN 15620 enthält seit der Ausgabe 2021 keine Bodentoleranzen mehr. Welche Anforderung gilt, klären wir deshalb vor der Betonage mit Regal- und Staplerhersteller. Einzelheiten stehen im Ratgeber Ebenheit im Schmalganglager.
So organisieren wir die Messung
- Verfahren und Raster vorab festlegen: Flächennivellement im Raster, Stichmaßmessung mit Richtlatte und Messkeil oder Profilmessung in den Fahrspuren.
- Messzeitpunkt vereinbaren: Zeit- und lastabhängige Verformungen wie Schwinden oder das Aufwölben von Plattenrändern erfasst DIN 18202 nicht.
- Unsere Arbeitsweise: eine Messung kurz nach der Herstellung und eine vor der Abnahme, jeweils mit Datum, Raster und Messgerät im Protokoll.
- Messdienstleister: Die Messung führt ein spezialisierter Messdienstleister aus, auf Wunsch in unserem Auftrag. Wir legen den Umfang fest, prüfen das Protokoll und bewerten die Werte gegen den Vertrag.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten: Bei 4 m Messpunktabstand ergibt die Messung ein Stichmaß von 11 mm. Nach Zeile 3 sind 10 mm zulässig, nach Zeile 2 sind es 12 mm. Ist Zeile 3 vereinbart, ist der Grenzwert um 1 mm überschritten. Ist keine Zeile vereinbart und gilt die Fläche als monolithischer Betonboden, liegt der Wert innerhalb der Grenze. Ob die Fläche für das geplante Regalsystem trotzdem geeignet ist, bleibt eine eigene Frage. Die rechtliche Bewertung übernimmt Ihre Rechtsanwältin oder Ihr Rechtsanwalt.
Grundlagen zu Messung und Toleranz erklärt der Ratgeber Toleranzen im Hochbau nach DIN 18202.
Baustein 4: Abnahme des Industriebodens und Mängelverfolgung
Mit der Abnahme ändern sich Beweislast und Fristen. Wir bereiten sie mit Unterlagen, Messprotokollen und einer Vorbegehung vor und erstellen das Protokoll mit Mängeln und Vorbehalten.
- Unterlagen: Betonlieferscheine, Festigkeitsnachweise, Nachbehandlungsprotokolle, Ergebnisse der Plattendruckversuche, Fugenplan wie ausgeführt, Messprotokolle, Produktdaten von Hartstoff, Beschichtung und Fugenfüllung.
- Begehung: Risse mit Lage, Breite und Versatz, Fugenkanten, Hohlstellen, Absandungen und Gefälle zu Rinnen.
- Bewertung: Abweichungen gegen Vertrag und Nutzung, mit Vorschlag zur Maßnahme.
- Mängelverfolgung: Liste mit Frist, Nachweis der Beseitigung und, wo nötig, erneuter Messung.
Fachlicher Bezug: Die Abnahme regeln § 640 BGB und § 12 VOB/B. Ohne abweichende Vereinbarung verjähren Mängelansprüche bei Bauwerken in fünf Jahren (§ 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB), beim VOB/B-Vertrag in vier Jahren (§ 13 Abs. 4 Nr. 1 VOB/B). Verweigert der Besteller die Abnahme unter Angabe von Mängeln, kann der Unternehmer eine gemeinsame Zustandsfeststellung verlangen (§ 650g Abs. 1 BGB). Fehlt darin ein offenkundiger Mangel, wird nach Übergabe vermutet, dass er später entstanden und vom Besteller zu vertreten ist (§ 650g Abs. 3 BGB). Fährt der Nutzer schon mit Staplern, muss die Feststellung deshalb vollständig sein.
Arbeitsergebnisse der Abnahmebegleitung
- Abnahmeprotokoll mit Mängeln, Vorbehalten und Abnahmedatum als Beginn der Verjährungsfrist.
- Zustandsbericht zur Bodenplatte mit Messprotokollen, Riss- und Fugenaufnahme und Fotos.
- Getrenntes Übergabeprotokoll an den Mieter bei vermieteten Hallen.
Prüfschritte bei der Abnahme beschreibt der Ratgeber Industrieboden abnehmen, die Bewertung von Rissen der Ratgeber Risse in der Bodenplatte einer Halle.
Optionales Paket: Qualitätssicherung der Gebäudehülle
Bodenplatte und Hülle hängen zusammen. Ist die Halle beim Betonieren noch offen, wirken Sonne, Wind und Regen auf die frische Platte. Auf Wunsch erweitern wir die Begleitung deshalb auf Dach und Sandwichfassade.
- Dach: Dampfsperre, Dämmung, Abdichtung, Anschlüsse an Lichtbänder, Rauchabzug und Durchdringungen, Gefälle, Entwässerung und Notentwässerung. Maßstab sind die Planung und für Abdichtungen DIN 18531-1 in der Ausgabe 2025-08. Die Anwendungsklassen K1 und K2 sind dort nach Fachinformationen zur Neuausgabe entfallen. Fordert eine Leistungsbeschreibung noch K2, klären wir vor der Vergabe, was gemeint ist.
- Sandwichfassade und Sandwichdach: Produktnorm ist DIN EN 14509:2013-12. Befestigung, Auflagerbreiten und Ausführung regelt der Bescheid des Deutschen Instituts für Bautechnik zum jeweiligen Produkt. Wir prüfen Unterkonstruktion, Befestigung und Schraubenbild gegen Bescheid und Montageplan, dazu Längs- und Querstöße, Sockel und Anschlüsse an Tore und Fenster.
- Nachweise: Der Bescheid Z-10.49-693 für ein Sandwich-Dachelement verlangt zum Beispiel eine Übereinstimmungserklärung der ausführenden Firma, die dem Bauherrn zu übergeben ist. Solche Nachweise fordern wir mit den Bestandsunterlagen an.
Ergebnis sind Prüfprotokolle vor dem Schließen von Dach und Fassade, eine Mängelliste und auf Wunsch die Begleitung der Abnahme.
Entscheidungen an der Bodenplatte und ihre Folgen
An der Bodenplatte treffen Bautechnik, Betrieb des Nutzers, Regelwerk, Vertrag und Kosten zusammen. Die Übersicht zeigt typische Entscheidungen und ihre Folgen. Sie ersetzt keine Bemessung und keine rechtliche Bewertung.
| Entscheidung | Technische Folge | Vertrag und Recht | Kosten, Termine, Betrieb |
|---|---|---|---|
| Ebenheitszeile nicht vereinbart | Ein monolithischer Boden fällt nach Fachveröffentlichungen unter Zeile 2 | Ohne Vereinbarung zählen die Eignung für die vorausgesetzte, sonst die gewöhnliche Verwendung und die übliche Beschaffenheit (§ 633 Abs. 2 BGB) | Schleifen oder Ausgleich für das Regalsystem als Nachtrag oder Streitfall |
| Regallayout erst nach der Betonage | Fugen und Einbauteile liegen unter Regalstützen oder quer in Fahrspuren | Änderungen nach Vertragsschluss sind geänderte Leistungen | Fugenprofile, Bohrungen, Umplanung der Regale; dasselbe Problem bei jedem Mieterwechsel |
| Stahlfaserbeton statt Betonstahl | Andere Rissverteilung, Fugenabstände und Bemessung | Bei tragender oder aussteifender Platte gilt die DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton, sonst meist das DBV-Merkblatt | Kein Verlegen von Matten, dafür Nachweise zu Fasertyp und Dosierung |
| Betonage vor dem Schließen der Halle | Witterung wirkt auf Oberfläche und Nachbehandlung, Risiko von Rissen und aufgewölbten Rändern | Verantwortung für Witterungsschutz und Bedenkenanzeige vorab klären | Terminvorteil gegen das Risiko von Nacharbeit |
| Unterbau ohne Plattendruckversuche | Ungleichmäßige Bettung, Setzungen über Leitungsgräben | Ursache späterer Risse schwer zuzuordnen | Instandsetzung unter laufendem Betrieb |
| Früher Nutzungsbeginn | Fugen öffnen sich durch Schwinden weiter, eine frühe Füllung reißt ab | Termin der Fugenfüllung gehört in den Vertrag | Fugensanierung im Betrieb, Sperrung von Gassen |
| Funktionale Beschreibung ohne Lastangaben | Lastannahmen trifft der Auftragnehmer | Bausoll unklar, Streit über Nachträge | Eingeschränkte Drittverwendung, Folgen für Wert und Finanzierung |
Prüfpunkte und Anhaltswerte mit Fundstelle
Die Tabelle trennt drei Ebenen: was eine Norm regelt, was Merkblätter und Fachveröffentlichungen als Anhalt nennen, und wie wir arbeiten. Anhaltswerte gelten im Projekt erst, wenn Planung oder Vertrag sie festlegen.
| Prüfpunkt | Anforderung oder Anhaltswert | Fundstelle | Ebene |
|---|---|---|---|
| Tragfähigkeit der Tragschicht | Verformungsmodul Ev2 aus dem Plattendruckversuch; Anhalt zum Beispiel ≥ 80 MN/m² bei 30 kN und ≥ 120 MN/m² bei 80 kN Einzellast, dazu Ev2/Ev1 ≤ 2,5 | Versuch: DIN 18134:2012-04; Werte: bauforumstahl, Arbeitshilfe 42.1, 2. Auflage 2020 | Norm für das Verfahren, Fachveröffentlichung für die Werte |
| Höhenlage der Tragschicht | höchstens ± 2 cm Abweichung von der Sollhöhe, gesondert zu vereinbaren | bauforumstahl, Arbeitshilfe 42.1 | Fachveröffentlichung |
| Plattendicke unbewehrt | Anhalt 14 cm bei 10 kN bis mindestens 26 cm bei 100 kN Einzellast, Einbau in geschlossener Halle | bauforumstahl, Arbeitshilfe 42.1, Tabelle 2 | Fachveröffentlichung, ersetzt keine Bemessung |
| Verschleiß | XM1 mindestens C30/37; XM2 C35/45 oder C30/37 mit Oberflächenbehandlung; XM3 C35/45 mit Hartstoffen nach DIN 1100 | DIN 1045-2, nach Angaben von Betonherstellern und bauforumstahl | Norm für tragende und aussteifende Böden, sonst Anlehnung |
| Nachbehandlung | bei Expositionsklasse XM Mindestdauer ohne genaueren Nachweis verdoppeln | DIN 1045-3:2023-08 | Norm, wenn XM festgelegt ist |
| Fugenabstand unbewehrt | Anhalt höchstens 30-fache Plattendicke, Felder möglichst quadratisch, Länge zu Breite ≤ 1,5 | bauforumstahl, Arbeitshilfe 42.1 | Fachveröffentlichung |
| Scheinfugenschnitt | frühzeitig, bis zu einem Drittel der Plattendicke | bauforumstahl, Arbeitshilfe 42.1 | Fachveröffentlichung |
| Ebenheit | Stichmaße nach der vereinbarten Zeile der Tabelle 3 | DIN 18202:2019-07 | Norm, Zeile nach Vertrag |
| Messung | zwei Messungen mit Datum, Raster und Messgerät | unsere Arbeitsweise | Arbeitsweise |
| Haltepunkte | Freigabe von Planum, Bewehrung oder Fasern und Einbauteilen vor der Betonage, mit Protokoll | unsere Arbeitsweise, gestützt auf § 4 Abs. 10 VOB/B | Arbeitsweise |
Unterlagen für ein Angebot
Für ein schriftliches Angebot brauchen wir einen Überblick über Vertrag, Planung und Termine. Fehlt etwas, benennen wir es.
- Bauvertrag: mit Vertragsbedingungen, Terminen und Anlagen.
- Leistungsbeschreibung oder funktionale Leistungsbeschreibung (FLB): die FLB beschreibt das Leistungsziel statt einzelner Positionen.
- Leistungsverzeichnis (LV): für Erdbau, Tragschicht und Bodenplatte, soweit vorhanden.
- Bodenplattenplanung: Bemessung, Bewehrungs- oder Faserangaben, Fugenplan, Höhenplan und Einbauteile.
- Baugrundgutachten: Angaben zu Untergrund, Grundwasser und den geforderten Verformungsmoduln.
- Nutzung: Regal- und Staplerkonzept, Lasten, Ebenheit, Schmalgangbereiche.
- Termine: Betonierabschnitte und Nutzungsbeginn.
- Gebäudehülle: Dach- und Fassadenplanung, Bescheide der Sandwichelemente.
Ablauf der Zusammenarbeit
Anfrage und Prüfung der Arbeitsregel
Sie schildern Halle, Nutzung, Vertrag und Termine. Wir prüfen, ob wir im Projekt schon für eine andere Partei tätig sind.
Unterlagen und Angebot
Leistung, Messumfang und Honorar stehen im schriftlichen Angebot.
Planung prüfen
Prüfvermerk, Anforderungsliste und Prüfplan vor Vergabe oder Betonage.
Ausführung begleiten
Haltepunkte und Protokolle je Betonierabschnitt.
Messung, Abnahme und Bericht
Messprotokoll, Abnahmeprotokoll, Mängelverfolgung und Dokumentation.
Abgrenzung
- Bemessung und Planung: Die Bodenplatte bemisst der Tragwerksplaner oder der Fachplaner des Unternehmers. Wir prüfen Planung und Ausschreibung auf Vollständigkeit und auf Übereinstimmung mit der Nutzung. Eine Statik erstellen wir nicht.
- Bautechnische Prüfung: Ist eine Prüfung durch eine Prüfingenieurin oder einen Prüfingenieur vorgeschrieben, bleibt sie dort.
- Baugrund: Untersuchung und Bewertung des Baugrunds übernimmt das Baugrundgutachten. Wir prüfen, ob dessen Vorgaben umgesetzt werden.
- Betonprüfung: Festigkeitsprüfungen und die Überwachung nach den Betonnormen übernehmen die zuständigen Prüfstellen. Wir werten die Ergebnisse aus.
- Ebenheitsmessung: Gemessen wird durch einen spezialisierten Messdienstleister. Wir bewerten das Protokoll gegen den Vertrag.
- Wassergefährdende Stoffe: Wir sind keine Sachverständigen nach § 52 AwSV. Für Dichtflächen koordinieren wir die Fachstellen, siehe AwSV-Flächen nach TRwS 786.
- Rolle: Wir sind Bauingenieure, keine öffentlich bestellten Sachverständigen. Rechtliche Fragen bewertet Ihre Rechtsanwältin oder Ihr Rechtsanwalt.
- Ganze Halle: siehe Logistikimmobilien und Halle bauen lassen.
Fragen und Antworten
Regelwerke und Quellen
- DIN 18202:2019-07, Toleranzen im Hochbau, Bauwerke, Tabelle 3 (DIN); Tabellenwerte nach Bauindex
- E DIN 18202:2026-08, Toleranzen im Hochbau, Bauausführung, Norm-Entwurf (DIN Media)
- DIN 15185-1:1991-08, Lagersysteme mit leitliniengeführten Flurförderzeugen, zurückgezogen (DIN Media)
- VDMA, Böden für den Einsatz von Schmalgang-Flurförderzeugen, Stand September 2010 (PDF); EN 15620:2021, Regalsysteme, Toleranzen und Freiräume (Inhaltsangabe)
- DIN 18134:2012-04, Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte, Plattendruckversuch (DIN Media)
- bauforumstahl, Stahlbau Arbeitshilfe 42.1, Betonböden für Industriehallen, 2. Auflage 07/2020 (PDF)
- DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton, Fassung Februar 2017; DBV-Merkblatt Industrieböden aus Stahlfaserbeton, Fassung Juli 2013 (DIN Media); DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton, Ausgabe Juni 2021 (DIN Media)
- DIN 1045-2 und DIN 1045-3, Ausgabe 2023-08, Expositionsklassen XM und Nachbehandlung, nach Herstellerunterlagen (PDF)
- DIN 18531-1:2025-08, Abdichtung von Dächern (Änderungen); DIN EN 14509:2013-12, Selbsttragende Sandwich-Elemente mit beidseitigen Metalldeckschichten (DIN); DIBt-Bescheid Z-10.49-693 (PDF)
- HOAI 2021, Anlage 10.1 und Anlage 14, Leistungsphase 8 (Anlage 14)
- Bürgerliches Gesetzbuch: § 633 (§ 633), § 634a (§ 634a), § 640 (§ 640), § 650g (§ 650g); VOB Teil B, Ausgabe 2016 (DIN 1961:2016-09), §§ 4, 12 und 13
Zuletzt fachlich geprüft 4. November 2026. Normen zitieren wir mit Titel und Gegenstand; maßgeblich ist die vertraglich vereinbarte Fassung. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Stand:
Wer Sie betreut
Moritz SchneiderGeschäftsführer, Bauingenieur (M.Eng.), Baurecht und Baumanagement (M.A.)
Christoph TheißingGeschäftsführer, Bauingenieur (B.Eng.), Immobilienwirtschaft (M.Sc., EBS Universität), MBA (Korea University)
Erfahrung aus der Begleitung vonHallenbau, Hochbau, Sanierung und Neubau, Geschosswohnungsbau und Wohnen, Logistik, Rechenzentren und Data Center, Glasfaserausbau (FTTH)
ArbeitsweiseIn einem Bauprojekt arbeiten wir immer nur für eine Partei, für den Bauherrn oder für den Generalunternehmer beziehungsweise Generalübernehmer. Beide Geschäftsführer arbeiten selbst im Mandat, gemeinsam mit unserem Team. Leistungsumfang und Honorar stehen vor Beginn in einem schriftlichen Angebot.
Bodenplatte vor der Betonage prüfen lassen
Schildern Sie Halle, Nutzung, Vertragsstand und den Termin der ersten Betonage. Wir nennen Ihnen die passenden Bausteine.