Bodenplatte einer Halle planen: Aufbau, Dicke, Unterbau, Bewehrung und Fugen
Die Bodenplatte einer Halle wird aus der Nutzung geplant. Regalfußlasten, Stapler, Ebenheit und Verschleiß bestimmen Aufbau, Dicke, Bewehrung und Fugen. Für unbewehrte Platten in geschlossenen Hallen nennt bauforumstahl Anhaltswerte von 14 cm bei 10 kN bis mindestens 26 cm bei 100 kN Einzellast. Die Bemessung ersetzen sie nicht. Tragfähigkeit des Unterbaus, Ebenheitszeile nach DIN 18202, Fugenplan und Messverfahren gehören vor der Vergabe in Planung und Vertrag.
Ob Lager-, Logistik- oder Produktionshalle: Die Bodenplatte wird im Betrieb jeden Tag belastet. Dieser Ratgeber zeigt Aufbau, Unterbau und Dicke, die Wahl zwischen Stahlfaser und Betonstahl und den Inhalt des Fugenplans. Wie ein fertiger Boden abgenommen wird, beschreibt der Ratgeber Industrieboden abnehmen.
Drei Ebenen in diesem Beitrag: Norm meint, was eine DIN-Norm, Richtlinie oder ein Gesetz regelt. Merkblatt meint Empfehlungen von Verbänden und Fachveröffentlichungen, die nur gelten, wenn sie vereinbart sind. Arbeitsweise beschreibt unser eigenes Vorgehen.
Was die Nutzung vorgibt
Eine Hallenbodenplatte wird nicht nach der Fläche geplant, sondern nach der Nutzung. Das DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton (Fassung Februar 2017) stellt deshalb die Bedarfsplanung mit dem Bauherrn an den Anfang. Vor der Bemessung sollten diese Angaben feststehen:
- Lasten: Regalfußlasten mit Größe der Fußplatten, Rad- und Achslasten der Stapler, Flächenlasten, Maschinen. Die Arbeitshilfe 42.1 von bauforumstahl nennt als Einzellasten für Gabelstapler 10 bis 170 kN, für Lkw 10 bis 40 kN.
- Regal- und Fahrsystem: Breitgang mit Frontstaplern, Schmalgang mit leitliniengeführten Geräten oder Hochregal.
- Ebenheit: Zeile der DIN 18202 oder gesonderte Anforderungen in den Fahrspuren.
- Verschleiß und Oberfläche: Bereifung, Verkehrsdichte, Rutschhemmung, Reinigung.
- Medien: Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, Ladebereiche, Waschplätze.
- Temperatur: unbeheizt, beheizt oder Kühllager mit Dämmung und gegebenenfalls Beheizung unter der Platte.
- Drittverwendung: spätere Mieter und andere Regalsysteme.
Arbeitsweise: Wir lassen uns diese Angaben vom Nutzer oder Regalhersteller schriftlich geben und machen sie zur Anlage von Ausschreibung oder Vertrag.
Aufbau einer Hallenbodenplatte
Ein Betonboden für Industriehallen besteht im Wesentlichen aus Untergrund, Tragschicht, Betonplatte und gegebenenfalls einem Oberflächenbelag. Von unten nach oben:
- Untergrund: anstehender oder verbesserter Boden, gleichmäßig, verdichtbar, tragfähig und entwässert.
- Tragschicht: ungebunden aus Kies oder Schotter oder gebunden, auf vorverdichtetem Planum. Für die Herstellung können VOB/C DIN 18315 oder DIN 18316 vereinbart werden.
- Gleit- oder Trennschicht: verringert die Reibung zwischen Tragschicht und Platte, zum Beispiel zwei Lagen PE-Folie mit mindestens 0,2 mm.
- Dämmung: bei beheizten Hallen und Kühllagern.
- Betonplatte: unbewehrt, mit Betonstahl, mit Stahlfasern oder kombiniert.
- Oberfläche: geglättet, mit Hartstoffeinstreuung, mit Industrieestrich oder Beschichtung.
Monolithisch heißt: Die Oberfläche der Betonplatte wird direkt genutzt, ohne getrennt hergestellten Estrich. Wird ein Industrieestrich als eigene Schicht aufgebracht, gelten zusätzlich DIN EN 13813:2003-01 für den Estrichmörtel und DIN 18560-7:2004-04 für hochbeanspruchbare Estriche. Hartstoffe regelt DIN 1100, Teil 1 in der Ausgabe 2021-09.
Unterbau und Bettung
Die Platte verteilt Lasten, der Boden darunter muss sie gleichmäßig aufnehmen. Ungleichmäßige Bettung zeigt sich später als Riss oder Setzung. Kritisch sind überbaute Grundleitungen und nachverfüllte Arbeitsräume an Fundamenten, Stützen und Rinnen.
Norm: Den Plattendruckversuch regelt DIN 18134:2012-04. Aus Erst- und Zweitbelastung ergeben sich die Verformungsmoduln Ev1 und Ev2.
Merkblatt: Nach bauforumstahl ist die Tragfähigkeit ungebundener Tragschichten mit Plattendruckversuchen in ausreichender Anzahl nachzuweisen. Ein großes Verhältnis Ev2/Ev1 gilt in der Erdbaupraxis als Hinweis auf eine noch nicht ausreichende Verdichtung. Welche Werte erforderlich sind, legen Baugrundgutachten und Bemessung fest. Als Anhalt für übliche Verhältnisse nennt bauforumstahl:
| Einzellast Q | Ev2 Untergrund | Ev2 ungebundene Tragschicht |
|---|---|---|
| 30 kN | ≥ 30 MN/m² | ≥ 80 MN/m² |
| 40 bis 60 kN | ≥ 45 MN/m² | ≥ 100 MN/m² |
| 70 bis 100 kN | ≥ 60 MN/m² | ≥ 120 MN/m² |
Dieselbe Arbeitshilfe begrenzt die Abweichung der Tragschicht von der Sollhöhe auf höchstens ± 2 cm. Sie weist darauf hin, dass dieser Wert strenger ist als in anderen Regelwerken und gesondert vereinbart werden muss. Untergrund und Tragschicht dürfen nicht gefroren, ständig durchnässt oder in ihrem Gefüge gestört sein.
Arbeitsweise: Zahl und Lage der Plattendruckversuche legen wir mit dem Baugrundgutachter fest, besonders über Leitungsgräben, an Fundamenten und an Rinnen. Die Freigabe des Planums ist bei uns ein Haltepunkt vor dem Weiterbau.
Dicke der Bodenplatte
Die Dicke folgt aus der Bemessung. Maßgebend sind meist punktförmige Lasten aus Regalfüßen und Staplerrädern, die Biegezugfestigkeit des Betons und die Bettung. Für eine erste Einschätzung nennt bauforumstahl Anhaltswerte für unbewehrte Platten ohne Korrosions- oder Chemieangriff, also in Expositionsklasse X0:
| Einzellast Q | Festigkeitsklasse | Biegezugfestigkeit | Plattendicke |
|---|---|---|---|
| 10 kN | C25/30 | ≥ 4,5 N/mm² | 14 cm |
| 20 kN | C25/30 | ≥ 4,5 N/mm² | 16 cm |
| 30 kN | C30/37 | ≥ 5,0 N/mm² | 18 cm |
| 40 kN | C30/37 | ≥ 5,0 N/mm² | 20 cm |
| 50 kN | C30/37 | ≥ 5,5 N/mm² | 20 cm |
| 60 kN | C30/37 | ≥ 5,5 N/mm² | 22 cm |
| 80 kN | C30/37 | ≥ 5,5 N/mm² | 26 cm |
| 100 kN | C35/45 | ≥ 6,0 N/mm² | ≥ 26 cm |
Die Arbeitshilfe nennt auch die Grenzen dieser Abschätzung. Bei Einzellasten über 150 kN, langfristig wirkenden Lasten oder Lastpressungen über 4,0 N/mm² ist eine Bemessung im gerissenen Zustand mit besonderer Bewehrung nötig. Für die genaue Bemessung verweist sie auf Lohmeyer und Ebeling, Betonböden für Produktions- und Lagerhallen (2019).
Daraus folgt: Die Lasten müssen vor der Bemessung bekannt sein, und Unterbau und Plattendicke werden zusammen festgelegt.
Unbewehrt, Betonstahl oder Stahlfaser
Die Bewehrungsart entscheidet über Rissverhalten, Fugenabstände und das anzuwendende Regelwerk.
| Bauweise | Wirkung | Folge für Fugen | Regelwerk |
|---|---|---|---|
| Unbewehrt | Der Beton nimmt die Biegezugspannungen allein auf; Ziel sind rissfreie Felder | Enge Fugenabstände, Anhalt höchstens 30-fache Plattendicke | DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton (2017) |
| Betonstahl | Verteilt Risse und begrenzt ihre Breite, verhindert sie nach bauforumstahl aber nicht | Größere Felder möglich, Rissbreite nach Bemessung | DIN EN 1992-1-1 mit Nationalem Anhang in der bauaufsichtlich eingeführten Fassung (2011-01, NA 2013-04); bei nicht tragenden Böden DBV-Merkblatt |
| Stahlfaserbeton | Fasern übertragen Zugkräfte über Risse hinweg, kein Verlegen von Matten | Fugenabstände nach Bemessung | DBV-Merkblatt Industrieböden aus Stahlfaserbeton (2013); bei tragender Funktion DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton (2021) |
| Stahlfaser und Betonstahl | Kombination, etwa für hohe Einzellasten | Nach Bemessung | wie Stahlfaserbeton |
Norm und Merkblatt: Entscheidend ist, ob die Bodenplatte tragende oder aussteifende Aufgaben hat, etwa wenn sie Stützenlasten abträgt oder Horizontalkräfte aufnimmt. Das DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton behandelt Böden ohne solche Aufgaben. Das DBV-Merkblatt für Industrieböden aus Stahlfaserbeton (Fassung Juli 2013) gilt für die Festigkeitsklassen C20/25 bis C40/50. Die Böden müssen durch Bewegungsfugen von tragenden Wänden getrennt sein. Es gilt nicht, wenn bauaufsichtliche Anforderungen an Standsicherheit oder Dauerhaftigkeit bestehen oder besondere Dichtheit verlangt ist. Für Tragwerke aus Stahlfaserbeton gilt zusammen mit DIN EN 1992-1-1 die DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton (Ausgabe Juni 2021) bis zur Festigkeitsklasse C50/60.
Arbeitsweise: Wir lassen uns in der Planung bestätigen, welche Funktion die Platte hat und nach welchem Regelwerk bemessen wird. Davon hängen die Nachweise und Prüfungen auf der Baustelle ab.
Fugenplan
Fugen lassen Längenänderungen aus Schwinden und Temperatur zu und lenken Risse an vorgesehene Stellen. Den Fugenplan erstellt der Fachplaner; er wird vor der Betonage freigegeben. Die Arbeitshilfe 42.1 von bauforumstahl nennt diese Anhalte:
- Scheinfugen: frühzeitig in den erhärtenden Beton schneiden, bis zu einem Drittel der Plattendicke. Sie bilden eine Sollbruchstelle.
- Pressfugen: entstehen zwischen Betonierabschnitten, etwa beim Betonieren in Bahnen.
- Raumfugen: trennen die Platte in ganzer Dicke von Wänden, Stützen, Schächten und Fundamenten und gliedern Hallen mit Abmessungen über 100 m.
- Querkraftübertragung: zum Beispiel über Dübel, bei befahrenen Raumfugen, bei Scheinfugen mit Feldlängen über 6 m, bei Einzellasten über 40 kN und bei Pressfugen.
- Feldgeometrie: möglichst quadratisch, Länge zu Breite höchstens 1,5, bei unbewehrten Platten Fugenabstand höchstens das 30-Fache der Plattendicke. Fugen kreuzen sich, einspringende Ecken werden vermieden.
- Fugenkanten: bei hoher Belastung abfasen oder mit Kantenschutzprofilen sichern.
Arbeitsweise: Wir legen den Fugenplan über das Regallayout. Fugen sollen nicht unter Regalstützen und nicht quer durch Fahrspuren von Schmalganggeräten laufen.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten: Eine unbewehrte Platte ist 20 cm dick. Der Anhalt für den Fugenabstand beträgt 30 × 0,20 m = 6,0 m. Eine Halle mit 120 m × 80 m erhält 20 Felder in der Länge und 14 in der Breite, je 6,0 m × 5,7 m. Das ergibt 19 Querfugen mit je 80 m und 13 Längsfugen mit je 120 m, zusammen 3.080 m Fuge ohne Randfugen. Jeder Meter wird geschnitten, gefüllt und im Betrieb unterhalten. Weil die Halle länger als 100 m ist, sieht die Arbeitshilfe zusätzlich Raumfugen vor.
Wir gleichen Lasten, Unterbau, Fugenplan und Ebenheitsanforderung mit Ihrer Nutzung ab, bevor betoniert wird.
Begleitung anfragen
Beton, Oberfläche und Nachbehandlung
Norm: Für tragende und aussteifende Böden regelt die Betonnorm DIN 1045-2 die Verschleißbeanspruchung über die Expositionsklassen XM1 bis XM3. Für Böden außerhalb dieses Geltungsbereichs empfiehlt bauforumstahl, sich an denselben Anforderungen zu orientieren.
| Klasse | Beanspruchung | Mindestdruckfestigkeitsklasse |
|---|---|---|
| XM1 | mäßig, zum Beispiel luftbereifte Fahrzeuge | C30/37 |
| XM2 | stark, zum Beispiel luft- oder vollgummibereifte Gabelstapler | C35/45, mit Oberflächenbehandlung C30/37 |
| XM3 | sehr stark, zum Beispiel elastomer- oder stahlrollenbereifte Gabelstapler, Kettenfahrzeuge | C35/45 mit Hartstoffen nach DIN 1100 |
Norm: Nach DIN 1045-3:2023-08 wird Beton in den ersten Tagen nachbehandelt, etwa durch Abdecken mit Folie oder Feuchthalten. Die Mindestdauer hängt von Oberflächentemperatur und Festigkeitsentwicklung ab. Bei Expositionsklasse XM ist sie ohne genaueren Nachweis zu verdoppeln.
Merkblatt: Vorteilhaft sind nach bauforumstahl Betone mit geringem Schwindmaß, etwa mit einem Zementleimgehalt bis 290 l/m³. Die Anhaltswerte für die Plattendicke gelten für den Einbau in der geschlossenen Halle. Wird vor dem Schließen von Dach und Fassade betoniert, wirken Sonne, Wind und Niederschlag auf Oberfläche und Nachbehandlung.
Arbeitsweise: Bei Planungen, die vor der Normenreihe DIN 1045 in der Ausgabe 2023-08 begonnen wurden, klären wir zu Beginn schriftlich, welche Fassung gilt.
Ebenheit festlegen
Norm: DIN 18202:2019-07 legt Grenzwerte für Stichmaße abhängig vom Messpunktabstand fest. Für Hallenböden kommen drei Zeilen der Tabelle 3 in Betracht, hier mit Werten nach Tabellenauszügen in Fachveröffentlichungen:
- Zeile 2: 8 mm bei 1 m und 12 mm bei 4 m. Neben Oberseiten unter Bodenaufbauten ordnen Fachveröffentlichungen hier auch monolithische Betonböden ein.
- Zeile 3: 4 mm bei 1 m und 10 mm bei 4 m, für flächenfertige Böden.
- Zeile 4: 3 mm bei 1 m und 9 mm bei 4 m, für erhöhte Anforderungen, die gesondert zu vereinbaren sind.
Wer eine bestimmte Zeile braucht, muss sie vereinbaren. Ein Normentwurf E DIN 18202:2026-08 überarbeitet nach Angaben von DIN Media die Zuordnung in Tabelle 3. Bis die neue Norm erscheint, bleibt die Ausgabe 2019-07 aktuell.
Für Schmalganglager reicht DIN 18202 nicht. Die früher maßgebliche DIN 15185-1:1991-08 ist nach Angaben von DIN Media zurückgezogen, kann aber vereinbart werden. Daneben gibt es die VDMA-Richtlinie für Böden in Schmalgängen mit Stand September 2010. Ihre Anforderungen gelten in den Radspuren und hängen unter anderem von der Höhe der obersten Regalauflage ab. Einzelheiten stehen im Ratgeber Ebenheit im Schmalganglager.
Arbeitsweise: Messverfahren, Raster und Messzeitpunkt schreiben wir mit in die Ausschreibung. Grundlagen erklärt der Ratgeber Toleranzen im Hochbau nach DIN 18202.
WU, Dichtheit und Sonderfälle
- Wasserundurchlässigkeit: Soll die Platte selbst gegen Wasser aus dem Baugrund dicht sein, also als WU-Konstruktion, ist die WU-Richtlinie des DAfStb (Ausgabe Dezember 2017) maßgebend. Alternativ wird die Platte abgedichtet. Sie unterscheidet zum Beispiel die Nutzungsklasse A, bei der kein flüssiges Wasser durchtreten darf und keine Feuchtstellen zulässig sind.
- Wassergefährdende Stoffe: Dichtflächen nach Wasserrecht sind ein eigenes Thema. Das DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton behandelt Böden mit abdichtender Funktion ausdrücklich nicht. Mehr dazu unter AwSV-Flächen nach TRwS 786.
- Beheizung und Dämmung: Bei beheizten Hallen und Kühllagern liegt die Platte auf Dämmung oder enthält Heizregister. Das DBV-Merkblatt behandelt dafür eigens die Fugen.
Planungsentscheidungen und ihre Folgen für Vertrag, Kosten und Betrieb
Entscheidungen an der Bodenplatte wirken über die Technik hinaus auf Vertrag, Kosten und Betrieb.
| Entscheidung | Technik | Vertrag und Recht | Kosten und Betrieb |
|---|---|---|---|
| Lasten ohne Regal- und Staplerdaten angesetzt | Platte zu knapp oder unnötig dick bemessen | Bausoll unklar, Streit, ob höhere Lasten geschuldet sind | Verstärkung oder Lastbeschränkung, Einschränkung für Folgemieter |
| Stahlfaser bei tragender Platte | Bemessung nach DAfStb-Richtlinie | Bauaufsichtliche Nachweise sind zu führen | Nachweise und Prüfungen im Terminplan |
| Größere Felder durch Bewehrung | Weniger Fugen, Risse werden verteilt | Zulässige Rissbreite muss vereinbart sein | Weniger Fugenpflege, mehr Bewehrung |
| Tragschicht ohne Höhentoleranz | Platte wird ungleich dick | Mehrmengen beim Beton strittig | Mehrkosten und Streit über Abrechnung |
Ob ein Mangel vorliegt, hängt von der vereinbarten Beschaffenheit ab. Ohne Vereinbarung kommt es auf die Eignung für die vorausgesetzte, sonst die gewöhnliche Verwendung und auf die übliche Beschaffenheit an (§ 633 Abs. 2 BGB). Die rechtliche Bewertung übernimmt Ihre Rechtsanwältin oder Ihr Rechtsanwalt.
Kostentreiber
Preise nennen wir nicht. Statistische Kostenkennwerte für ganze Hallen stehen im Ratgeber Halle bauen: Kosten, Ablauf und Risiken. Die Kosten der Bodenplatte bestimmen vor allem:
- Unterbau: Bodenaustausch, Verbesserung oder dickere Tragschicht bei geringer Tragfähigkeit.
- Plattendicke und Betonklasse aus Lasten und Verschleiß.
- Bewehrung: Matten, Stahlfasern oder beides.
- Fugenmeter, Fugenprofile und Verdübelung, siehe Rechenbeispiel.
- Oberfläche: Hartstoffeinstreuung, Hartstoffestrich oder Beschichtung.
- Ebenheit: engere Zeilen und Schmalgangflächen verlangen genaueren Einbau, oft auch Nacharbeit.
- Termin: Witterungsschutz und Größe der Betonierabschnitte.
Prüfliste vor der Ausschreibung
- Regal- und Staplerdaten liegen schriftlich vor, mit Fußlasten, Radlasten und Bereifung.
- Das Baugrundgutachten nennt Untergrund, Grundwasser und geforderte Verformungsmoduln.
- Funktion der Platte und Regelwerk der Bemessung sind festgelegt.
- Bewehrungsart, Betonklasse und Expositionsklasse stehen in der Planung.
- Der Fugenplan liegt vor und ist mit dem Regallayout abgeglichen.
- Ebenheitszeile oder Anforderungen für Schmalgänge, Messverfahren und Messzeitpunkt sind beschrieben.
- Plattendruckversuche, Höhentoleranz der Tragschicht und Gleitschicht sind ausgeschrieben.
- Nachbehandlung, Fugenschnitt und Termin der Fugenfüllung sind geregelt.
- Der Terminplan sagt, ob unter geschlossenem Dach betoniert wird.
- Die Unterlagen zur Abnahme sind benannt: Lieferscheine, Prüfergebnisse, Protokolle, Fugenplan wie ausgeführt.
Wie wir diese Punkte in Planung und Ausführung prüfen, beschreibt Qualitätssicherung für Bodenplatte und Industrieboden.
Häufige Fragen
Das ergibt die Bemessung aus Lasten, Bettung und Betonfestigkeit. Für unbewehrte Platten in geschlossenen Hallen nennt bauforumstahl als Anhalt 14 cm bei 10 kN und mindestens 26 cm bei 100 kN Einzellast. Bei Einzellasten über 150 kN oder Lastpressungen über 4,0 N/mm² ist eine besondere Bemessung mit Bewehrung nötig.
Ein tragfähiger, gleichmäßig verdichteter Untergrund, meist eine Tragschicht aus Kies oder Schotter und darauf eine Gleit- oder Trennschicht. Die Tragfähigkeit wird mit Plattendruckversuchen nach DIN 18134 nachgewiesen. Als Anhalt für den Verformungsmodul Ev2 der Tragschicht nennt bauforumstahl mindestens 80 MN/m² bei 30 kN und mindestens 120 MN/m² bei 70 bis 100 kN Einzellast.
Beides kann geeignet sein. Stahlfasern übertragen Zugkräfte über Risse hinweg und ersparen das Verlegen von Matten. Betonstahl begrenzt Rissbreiten, verhindert Risse aber nicht. Hat die Platte tragende oder aussteifende Aufgaben, gilt für Stahlfaserbeton die DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton in der Ausgabe Juni 2021.
Für Breitganglager mit Frontstaplern wird meist DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 oder 4 vereinbart. Ohne Vereinbarung ordnen Fachveröffentlichungen monolithische Betonböden der Zeile 2 zu, mit 12 mm statt 10 mm Stichmaß bei 4 m Messpunktabstand. Schmalganglager brauchen gesonderte Anforderungen in den Radspuren.
Für unbewehrte Platten nennt bauforumstahl als Anhalt höchstens das 30-Fache der Plattendicke, bei 20 cm also 6 m. Die Felder sollten möglichst quadratisch sein, mit einem Verhältnis von Länge zu Breite bis 1,5. Mit Bewehrung oder Stahlfasern ergeben sich die Abstände aus der Bemessung.
Das hängt von Baugrund, Grundwasser und Nutzung ab. Soll die Platte selbst gegen Wasser aus dem Baugrund dicht sein, ist für diese WU-Bauweise die WU-Richtlinie des DAfStb in der Ausgabe Dezember 2017 maßgebend. Alternativ wird die Platte abgedichtet. Die Dichtheit gegen wassergefährdende Stoffe regelt das Wasserrecht mit der AwSV gesondert.
Anfrage zur Bodenplatte Ihrer Halle
Ergibt sich aus dem Beitrag Prüfbedarf für Planung, Ausschreibung oder Ausführung, sehen wir uns Unterlagen und Termine an. Danach nennen wir den sinnvollen nächsten Schritt.