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Fachbegriffe

Glossar: Fachbegriffe Bau, Immobilien und Beratung.

Über 90 Fachbegriffe aus Bauüberwachung, Immobilienbewertung, Vergaberecht, Projektsteuerung und Unternehmensberatung. Präzise und verständlich erklärt. Formeln und Kennzahlen finden Sie im Lexikon.

Über 90 Fachbegriffe rund um HOAI, VOB, ImmoWertV, Vergaberecht, Projektsteuerung, Restnutzungsdauer, Energie und Unternehmensberatung. Auf dieser Seite finden Sie präzise Definitionen der Begriffe, die in unseren Gutachten, Leistungsbeschreibungen und Ratgeberartikeln verwendet werden. Für Berechnungsformeln und Kennzahlen siehe unser Lexikon.

Bauüberwachung, HOAI & VOB

AHO Heft Nr. 9

Leistungsbild der Projektsteuerung, herausgegeben vom AHO. Gliedert die Projektsteuerung in Handlungsbereiche wie Organisation, Qualitäten, Kosten, Termine und Verträge. Dient als Orientierung für Leistungsumfang und Honorarvereinbarungen.

Mehr dazu: Projektsteuerung und Bauüberwachung · Bauüberwachung vs. Projektsteuerung · Projektsteuerung nach AHO

Anrechenbare Kosten

Die für die Berechnung des HOAI-Honorars maßgeblichen Baukosten gemäß HOAI 2021. Umfassen Kostengruppen 200 bis 700 nach DIN 276, ohne Kostengruppe 800 (Nebenkosten) und ohne Grundstückskosten.

Mehr dazu: Bauüberwachung Kosten · Bauüberwachung und Kostenkontrolle · Baukosten pro m²

Bauabnahme

Erklärung des Bauherrn oder Bestellers, dass die Leistung im Wesentlichen vertragsgemäß erbracht wurde. Die Abnahme hat erhebliche Folgen für Gefahrübergang, Fälligkeit der Vergütung, Beginn der Verjährungsfristen für Mängelansprüche und Beweislast. Geregelt in BGB und VOB/B.

Mehr dazu: Bauabnahme nach VOB/B · Abnahmebegleitung für öffentliche Bauherren · Abnahmebegleitung

DIN 276

Norm zur Kostenplanung im Hochbau. Gliedert Baukosten in Kostengruppen von 100 (Grundstück) bis 800 (Finanzierung). Drei Detaillierungsstufen: Kostenrahmen, Kostenschätzung, Kostenberechnung. Basis für anrechenbare Kosten nach HOAI.

Mehr dazu: Baukosten und Kostenkontrolle · Baukosten pro m² · Projektsteuerung Kosten

HOAI

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die aktuelle Fassung HOAI 2021 enthält Leistungsbilder, Leistungsphasen, Honorarzonen und Honorartafeln; die Honorare werden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben vereinbart. Grundlage für die Einordnung von Bauüberwachung und Projektsteuerung.

Mehr dazu: Bauüberwachung HOAI LPH 6 bis 9 · Bauüberwachung nach HOAI · Bauüberwachung und Kostenkontrolle

Kostenfeststellung

Genaueste Stufe der Kostenplanung nach DIN 276, nach vollständiger Realisierung des Projekts. Umfasst alle tatsächlich angefallenen Kosten. Abzugrenzen von Kostenrahmen, Kostenschätzung und Kostenberechnung (frühere Planungsstufen). Teil des Projektcontrollings.

Mehr dazu: Bauüberwachung Kosten · Kostenexplosion vermeiden · Projektcontrolling für Kommunen

Leistungsphase 8 (LPH 8)

Objektüberwachung nach HOAI. Umfasst Bauüberwachung, Rechnungsprüfung, Nachtragsmanagement, Abnahmebegleitung, Koordination. Honoraranteil 32 Prozent der Grundleistungen bei Objektplanung.

Mehr dazu: Bauüberwachung · LPH 8 vs. Projektsteuerung · Schnittstellenmanagement Gewerke

Nachtrag

Zusätzliche oder geänderte Leistung gegenüber dem Bauvertrag, die gesondert zu vergüten ist. Rechtsgrundlagen VOB/B (Abs. 3, 5, 6, 8) oder BGB. Anspruch ist dem Grunde und der Höhe nach zu prüfen. Zentral für die Rechnungs- und Nachtragsprüfung.

Mehr dazu: Nachtragsmanagement nach VOB/B · Nachtragsprävention · Nachtragsrisiken öffentliche Bauprojekte · Rechnungs- und Nachtragsprüfung

VOB/B

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B. Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen. Kann zwischen den Parteien vereinbart werden, ist dann Vertragsbestandteil. Häufige Paragraphen: (Vergütung, Nachträge), (Abnahme), (Gewährleistung). Relevanter Standard für die Bauüberwachung.

Mehr dazu: Nachtragsmanagement VOB/B · Bauabnahme VOB/B · Nachtragsprävention

Behinderungsanzeige

Formelle Anzeige des Auftragnehmers gegenüber dem Auftraggeber über Umstände, die die Leistungserbringung behindern. Sie ist Voraussetzung für Bauzeitverlängerung und eventuelle Mehrkostenforderungen. Die Anzeige muss unverzüglich und schriftlich erfolgen, konkrete Ursachen benennen und die betroffenen Leistungen bezeichnen.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Nachtragsmanagement · Nachtragsprävention

Bedenkenanmeldung

Pflicht des Auftragnehmers, Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung oder gegen die Güte der gelieferten Stoffe schriftlich anzuzeigen. Unterlässt der Auftragnehmer die Bedenkenanmeldung, haftet er mit für daraus resultierende Mängel (Mitverschulden).

Mehr dazu: Nachtragsmanagement VOB/B

Bautagesbericht

Tägliche Dokumentation des Baustellengeschehens durch die Bauüberwachung (LPH 8). Enthält Witterung, Arbeitskräfte, Geräte, ausgeführte Leistungen, Stillstände, Behinderungen, Besucher und besondere Vorkommnisse. Dient als Beweismittel bei Nachtrags- und Gewährleistungsfragen.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Bauüberwachung nach HOAI

Aufmaß

Gemeinsames Vermessen der tatsächlich erbrachten Bauleistungen als Grundlage für die Abrechnung. Wird in der Regel gemeinsam von Auftragnehmer und Auftraggeber bzw. der Bauüberwachung aufgenommen. Grundlage für die Rechnungsprüfung nach VOB/B.

Mehr dazu: Rechnungs- und Nachtragsprüfung

Leistungsverzeichnis (LV)

Detaillierte Beschreibung aller zu erbringenden Bauleistungen als Grundlage für Ausschreibung und Vergabe. Das LV gliedert sich in Leistungsbereiche (Titel), Positionen, Mengen und Einheitspreise. Es ist die Basis für die Vertragsleistung, Nachträge werden gegen das LV abgegrenzt. Gegenstück ist die funktionale Leistungsbeschreibung, bei der das Leistungsziel statt einzelner Positionen vorgegeben wird.

Mehr dazu: Bauüberwachung und Vergabe · Vergabeunterlagen technisch prüfen

Funktionale Leistungsbeschreibung

Beschreibung der Bauleistung über das Leistungsziel und die Funktion statt über Einzelpositionen, auch Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm genannt (VOB/A § 7). Der Auftraggeber gibt Zweck, Anforderungen und Rahmenbedingungen vor, die technische Lösung und die Mengenermittlung liegen beim Bieter. Üblich bei der Vergabe an einen Generalunternehmer und bei schlüsselfertiger Erstellung. Gegenstück zur detaillierten Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis. Das Mengenrisiko verlagert sich zum Auftragnehmer, im Gegenzug erfordert sie eine besonders präzise Zieldefinition, weil Nachträge sonst schwerer abzugrenzen sind.

Mehr dazu: Zusammenarbeit mit Generalunternehmern · Vergabe und Bauüberwachung

Sicherheitseinbehalt

Einbehalt eines Teils der Vergütung zur Absicherung von Gewährleistungsansprüchen. Nach VOB/B üblicherweise 5 % der Abrechnungssumme für die Dauer der Gewährleistung. Kann durch eine selbstschuldnerische Bankbürgschaft auf erstes Anfordern abgelöst werden.

Vertragsstrafe

Vertraglich vereinbarte Sanktion bei Fristüberschreitung. Im Bauvertrag nach VOB/B auf maximal 5 % der Auftragssumme begrenzt (Obergrenze nach AGB-Recht), mit Tagessätzen von 0,1 bis 0,3 % der Auftragssumme. Voraussetzung: Verschulden des Auftragnehmers.

Leistungsphase 9 (LPH 9)

Objektbetreuung nach HOAI. Umfasst die fachliche Bewertung der Mängelansprüche, Objektbegehung vor Ablauf der Gewährleistungsfristen und die Überwachung der Mängelbeseitigung. Honoraranteil: 2 % der Grundleistungen. Zeitraum: gesamte Gewährleistungsdauer (4 bis 5 Jahre).

Mehr dazu: Bauüberwachung LPH 6 bis 9 · Bauüberwachung nach HOAI

Arbeitsvorbereitung (AV)

Systematische Planung aller ausführungsvorbereitenden Schritte vor und während der Bauphase. Umfasst Terminplanung, Kapazitätsplanung, Materiallogistik, Werkplanung, Baustelleneinrichtung und Koordination mit Nachunternehmern. Eine strukturierte AV reduziert Stillstände, Nachträge und Koordinationsfehler auf der Baustelle messbar.

Mehr dazu: Arbeitsvorbereitung als Gewinnhebel · Bauüberwachung

Bau-Soll

Die vertraglich geschuldete Leistung des Auftragnehmers zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Das Bau-Soll ergibt sich aus Leistungsverzeichnis, Vertragsbedingungen, Plänen und allen weiteren Vertragsbestandteilen. Die Abgrenzung zwischen Bau-Soll und tatsächlich erbrachter Leistung (Bau-Ist) ist die Grundlage für die Nachtragsprüfung.

Mehr dazu: Nachtragsmanagement VOB/B · Rechnungs- und Nachtragsprüfung

Bautenstandsbericht

Regelmässige Dokumentation des Baufortschritts, typischerweise monatlich, als Grundlage für Mittelabrufe bei der finanzierenden Bank. Enthält fotografische Dokumentation, Fertigstellungsgrade je Gewerk, Soll-Ist-Vergleich zum Terminplan und eine Kostenprognose. Pflichtdokument bei kreditfinanzierten Bauvorhaben.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Projektcontrolling für Banken

Generalunternehmer (GU)

Unternehmen, das die gesamte Bauleistung als Einzelauftragnehmer gegenüber dem Bauherrn übernimmt und Teilleistungen an Nachunternehmer vergibt. Der GU trägt das Koordinationsrisiko, der Bauherr hat nur einen Vertragspartner. Gegenstück zur Einzelvergabe, bei der der Bauherr jeden Gewerkevertrag selbst schließt und die Koordination übernimmt (oder an die Projektsteuerung delegiert).

Mehr dazu: Projektsteuerung vs. GU · Bauüberwachung

Mängelmanagement

Systematische Erfassung, Verfolgung und Abarbeitung von Baumängeln vor und nach der Abnahme. Umfasst Mängelrüge, Fristsetzung zur Nachbesserung, Dokumentation, Nachkontrolle und ggf. Ersatzvornahme. In der Bauüberwachung (LPH 8) und Objektbetreuung (LPH 9) eine Kernleistung.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Bauabnahme VOB/B · Abnahmebegleitung

Rohbauerstellung

Errichtung des Tragwerks eines Gebäudes inklusive Fundament, Wände, Decken und Dachkonstruktion. Der Rohbau macht typischerweise 35 bis 45 % der Gesamtbaukosten (KG 300) aus. Mit der Rohbaufertigstellung beginnt der Innenausbau und die technische Gebäudeausrüstung. Meilenstein im Projektcontrolling und für den Bautenstandsbericht.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Baukosten pro m²

Immobilienbewertung & Wertermittlung

CapEx

Capital Expenditure. Investitionsaufwendungen für Instandhaltung, Modernisierung und Werterhalt von Immobilien. In der Technischen Due Diligence üblicherweise aufgeteilt in sofort (0 bis 12 Monate), kurzfristig (1 bis 3 Jahre) und mittelfristig (3 bis 10 Jahre).

Mehr dazu: Technische Due Diligence · CapEx-Planung Bestandsentwicklung · TDD-Checkliste · Portfolioanalyse

Ertragswertverfahren

Bewertungsverfahren nach ImmoWertV für Renditeobjekte (Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien). Berechnung auf Basis des Rohertrags abzüglich Bewirtschaftungskosten, kapitalisiert mit dem Liegenschaftszinssatz. Gebäudeertragswert und Bodenwert werden separat ermittelt. Besonders relevant für Portfolioanalysen.

Mehr dazu: Bewertungsverfahren nach ImmoWertV · Immobilienbewertung Erbschaft · Immobilienbewertung Scheidung · Immobilienbewertung

ImmoWertV

Immobilienwertermittlungsverordnung. Seit 01.01.2022 in der Fassung ImmoWertV 2021. Regelt die Wertermittlung von Grundstücken und Gebäuden. Definiert Verkehrswert, Bewertungsverfahren (Sachwert, Ertragswert, Vergleichswert) und methodische Anforderungen.

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Bewertungsverfahren im Überblick · Verkehrswertgutachten Kosten

MaBV

Makler- und Bauträgerverordnung. Regelt u.a. den Zahlungsplan bei Bauträgerverträgen (MaBV in 7 Raten nach Baufortschritt) und die Sicherheitsleistung (, entweder 5 Prozent Bürgschaft oder Eigentumsvormerkung). Besonders relevant für die Ankaufsberatung.

Mehr dazu: Bauträgervertrag technisch prüfen · Hausbau-Checkliste · Ankaufsberatung

Sachwertrichtlinie

Richtlinie des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (SW-RL 2012). Ergänzt ImmoWertV im Sachwertverfahren. Anlagen 1 bis 4: Gesamtnutzungsdauern, Normalherstellungskosten, Brutto-Grundfläche, Modernisierungsgrad. Maßgeblich für Verkehrswertgutachten.

Mehr dazu: Restnutzungsdauer und Sachwertrichtlinie · Bewertungsverfahren

Sachwertverfahren

Bewertungsverfahren nach ImmoWertV, das besonders bei Objekten relevant sein kann, bei denen Vergleichs- oder Ertragsdaten nicht ausreichend tragen. Gebäudesachwert und Bodenwert werden hergeleitet und marktangepasst. Teil der Immobilienbewertung.

Mehr dazu: Sachwert, Ertragswert, Vergleichswert · Haus schätzen lassen · Verkehrswertgutachten

Technische Due Diligence (TDD)

Systematische Prüfung des baulichen und technischen Zustands einer Immobilie vor einer Transaktion. Umfasst Dach, Fassade, Tragwerk, TGA, Brandschutz, Schadstoffe, Energetik. Ergebnis: Mängelkatalog, CapEx-Schätzung, Red-Flag-Report.

Mehr dazu: Technische Due Diligence · TDD-Checkliste · TDD für Investoren · Technische Prüfung öffentliche Immobilien

Vergleichswertverfahren

Bewertungsverfahren nach ImmoWertV auf Basis von Vergleichsobjekten aus der Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse. Vorzugsweise bei Eigentumswohnungen und Standardobjekten in Regionen mit ausreichender Datenbasis. Wird häufig für die Immobilienbewertung und Ankaufsberatung verwendet.

Mehr dazu: Bewertungsverfahren nach ImmoWertV · Haus schätzen lassen

Verkehrswert

Marktwert nach BauGB. Der Preis, der zum Bewertungsstichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften erzielbar wäre. Ermittelt durch Sachwert-, Ertragswert- oder Vergleichswertverfahren nach ImmoWertV. Grundlage für Immobilienbewertung.

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Verkehrswertgutachten Kosten · Bewertungsverfahren · Haus schätzen lassen

Bodenrichtwert (BRW)

Durchschnittlicher Lagewert des Bodens in EUR/m², der von den Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und alle zwei Jahre veröffentlicht wird. Er bezieht sich auf ein Referenzgrundstück mit definierten Eigenschaften (z.B. GFZ, Größe, Erschließung) und dient als Ausgangswert für die Bodenwertermittlung.

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Lexikon: Bodenwert-Formel

Gutachterausschuss

Selbständiges, unabhängiges Gremium bei den Kommunen oder Kreisen. Führt die Kaufpreissammlung, ermittelt Bodenrichtwerte, Liegenschaftszinssätze, Sachwertfaktoren und sonstige Daten der Wertermittlung. Die veröffentlichten Daten sind gemäß ImmoWertV für Sachverständige zu berücksichtigen.

Mehr dazu: Immobilienbewertung

Beleihungswert

Vom Kreditinstitut ermittelter Wert der Immobilie als Grundlage für die Kreditvergabe nach PfandBG. Liegt typischerweise 10 bis 30 % unter dem Verkehrswert, da er auf nachhaltige, konservative Ansätze abstellt (vorsichtiger Ansatz bei Mieten, Kosten und Liegenschaftszinssatz).

Mehr dazu: Ankaufsberatung Finanzierung · Verkehrswertgutachten Kosten

Grundbuch

Öffentliches Register beim Amtsgericht, das die Rechtsverhältnisse an Grundstücken dokumentiert. Drei Abteilungen: I (Eigentümer), II (Lasten und Beschränkungen: Wegerechte, Wohnrechte, Vormerkungen, Baulasten), III (Grundpfandrechte: Hypotheken, Grundschulden). Die Einsicht ist bei berechtigtem Interesse möglich.

Wertermittlungsstichtag

Der Zeitpunkt, auf den sich die Verkehrswertermittlung bezieht. Alle wertrelevanten Faktoren (Marktlage, Zustand, Mietverträge, Bodenrichtwerte) werden zum Stichtag beurteilt. Bei steuerlichen Gutachten ist der Stichtag in der Regel der Übergabezeitpunkt oder das Datum des notariellen Kaufvertrags.

Mehr dazu: Verkehrswertgutachten

Red-Flag-Report

Kurzbericht im Rahmen einer Technischen Due Diligence, der kritische Befunde (Red Flags) zusammenfasst, die eine Transaktion wesentlich beeinflussen können. Typische Red Flags: Schadstoffe (Asbest, PCB), Standsicherheitsmängel, fehlende Baugenehmigungen, brandschutztechnische Defizite, Altlasten.

Mehr dazu: Technische Due Diligence · TDD für Investoren

Portfolioanalyse

Systematische Bewertung eines Immobilienportfolios hinsichtlich Rendite, Risiko, Diversifikation und Optimierungspotenzial. Umfasst Standortanalyse, Mietpotenzialanalyse, CapEx-Prognose, WALT-Analyse, Leerstandsentwicklung und Verkaufs- bzw. Investitionsempfehlungen je Objekt.

Mehr dazu: Portfolioanalyse · CapEx-Planung Bestandsentwicklung · Risiken kommunaler Bestandsliegenschaften · Lexikon: WALT-Formel

DCF-Verfahren (Discounted Cash Flow)

Bewertungsverfahren, das zukünftige Zahlungsströme einer Immobilie (oder eines Unternehmens) auf den Bewertungsstichtag abzinst. Im Immobilienbereich wird der DCF-Ansatz als dynamisches Ertragswertverfahren verstanden und ist international Standard bei institutionellen Investoren. Typischer Betrachtungszeitraum: 10 Jahre plus Restwert (Terminal Value).

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Bewertungsverfahren · Investorenberatung

Kaufpreisaufteilung

Aufteilung des Gesamtkaufpreises einer Immobilie in Boden- und Gebäudeanteil. Steuerlich relevant, weil nur der Gebäudeanteil abgeschrieben werden kann (AfA). Die Aufteilung erfolgt nach dem Verhältnis der Verkehrswerte von Boden und Gebäude. Ein sachverständiges Gutachten kann eine abweichende Aufteilung gegenüber der pauschalen BMF-Arbeitshilfe begründen.

Mehr dazu: Restnutzungsdauer vs. Kaufpreisaufteilung · Restnutzungsdauergutachten · Immobilienbewertung

Liegenschaftszinssatz

Zinssatz zur Kapitalisierung der Reinerträge im Ertragswertverfahren nach ImmoWertV. Wird von den Gutachterausschüssen aus tatsächlichen Transaktionsdaten abgeleitet und ist objektartenspezifisch (z.B. Mehrfamilienhaus 3 bis 5 %, Büro 5 bis 7 %, Einzelhandel 6 bis 8 %). Er spiegelt die Renditeerwartung des Marktes wider und ist der sensibelste Parameter der Ertragswertberechnung.

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Bewertungsverfahren · Lexikon: Liegenschaftszinssatz

Mietmultiplikator (Vervielfältiger)

Verhältnis von Kaufpreis zur Jahresnettokaltmiete. Schnelle Kennzahl zur Einordnung des Preisniveaus einer Immobilie. Ein Multiplikator von 20 entspricht einer Bruttoanfangsrendite von 5 %. In deutschen A-Städten liegen Wohnimmobilien-Multiplikatoren aktuell bei 22 bis 30, in B- und C-Lagen bei 14 bis 20.

Mehr dazu: Immobilienbewertung · Ankaufsberatung · Lexikon: Mietmultiplikator Formel

NOI (Net Operating Income)

Nettobetriebsertrag einer Immobilie: Mieteinnahmen abzüglich nicht umlagefähiger Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis). Vergleichbar mit dem Reinertrag nach ImmoWertV. Der NOI ist die zentrale Kennzahl für die Renditeberechnung und Grundlage für DSCR und Cap Rate.

Mehr dazu: Investorenberatung · Lexikon: NOI Berechnung · Portfolioanalyse

Restnutzungsdauer & Abschreibung

AfA

Absetzung für Abnutzung. Steuerliche Abschreibung von Wirtschaftsgütern über die Nutzungsdauer. Für Wohngebäude regulär 2 Prozent bzw. 2,5 Prozent (Baujahr vor 1925) pro Jahr. Eine kürzere tatsächliche Nutzungsdauer kann durch ein sachverständiges Gutachten technisch begründet werden; die steuerliche Nutzung prüft Ihre Steuerberatung.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten · Restnutzungsdauergutachten und steuerliche Einordnung · Wann lohnt sich ein Restnutzungsdauergutachten? · Restnutzungsdauer-Kosten Mehrfamilienhaus

BFH

Bundesfinanzhof. Höchste Gerichtsinstanz in Steuersachen in Deutschland. Kernurteile zum Restnutzungsdauergutachten: IX R 25/19 (Grundsatzurteil vom 28.07.2021), IX R 14/23 (Substantiierung vom 23.01.2024).

Mehr dazu: BFH-Urteile zur Restnutzungsdauer · Restnutzungsdauergutachten und Finanzamt

BMF-Schreiben

Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen mit bindender Wirkung für die Finanzverwaltung. Beim Nachweis einer kürzeren tatsächlichen Nutzungsdauer ist die BFH-Rechtsprechung zentral; der BFH hat 2024 klargestellt, dass sich weitergehende Einschränkungen aus dem BMF-Schreiben vom 22.02.2023 dem Gesetz nicht in Gänze entnehmen lassen.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten und Finanzamt · Restnutzungsdauer und steuerliche Einordnung

Fiktives Baujahr

Rechnerisch angepasstes Baujahr, das Modernisierungen berücksichtigt. Nach Sachwertrichtlinie 2012 Anlage 4 ermittelt aus einem Punktesystem (maximal 28 Punkte über 8 Modernisierungskategorien). Resultiert in einem Zuschlag von 5 bis 45 Jahren auf das Ist-Baujahr. Wird verwendet bei der Restnutzungsdauer-Bewertung.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten · Restnutzungsdauer von Immobilien · Online- vs. Vor-Ort-Gutachten

Gesamtnutzungsdauer (GND)

Nach Sachwertrichtlinie 2012 Anlage 1 definierte Zeitspanne der wirtschaftlich sinnvollen Nutzung eines Gebäudes von der Errichtung bis zum Abriss. Typische Werte: Wohngebäude 70 bis 80 Jahre, Büros 60 Jahre, Gewerbe 40 bis 60 Jahre. Grundlage für Restnutzungsdauergutachten.

Mehr dazu: Restnutzungsdauer von Immobilien · Restnutzungsdauer vs. Kaufpreisaufteilung

Modernisierungspunkte

Bewertungssystem nach Sachwertrichtlinie 2012 Anlage 4 mit 8 Kategorien: Dach, Fenster, Leitungen, Heizung, Dämmung, Grundriss/Bad, Fußboden, Innenausbau. Maximal 28 Punkte. Ergibt Zuschlag auf das Baujahr (fiktives Baujahr). Anwendung in Restnutzungsdauergutachten.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten · Restnutzungsdauer bewerten · Unterlagen für das Restnutzungsdauergutachten

Restnutzungsdauer

Zum Bewertungsstichtag verbleibende Zeit der wirtschaftlich sinnvollen Nutzung eines Gebäudes. Für § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG kann sie durch ein sachverständiges Gutachten objektbezogen hergeleitet werden. Die kürzeste von technischer, wirtschaftlicher und funktionaler Restnutzungsdauer ist fachlich besonders relevant.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten · Restnutzungsdauergutachten und Finanzamt · Restnutzungsdauer von Immobilien · Wann lohnt sich ein Restnutzungsdauergutachten?

Wirtschaftliche Nutzungsdauer

Zeitspanne, in der ein Gebäude wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann. Kann aus Marktgründen (Leerstand, sinkende Mieten), funktionalen Gründen (veraltete Grundrisse) oder energetischen Gründen (Sanierungspflichten) kürzer sein als die technische Nutzungsdauer. In Restnutzungsdauergutachten wird sie objektbezogen hergeleitet und dokumentiert.

Mehr dazu: Restnutzungsdauergutachten · BFH-Urteile · Restnutzungsdauer und steuerliche Einordnung

§ 7 Abs. 4 Satz 2 EStG

Rechtsgrundlage für die Berücksichtigung einer kürzeren tatsächlichen Nutzungsdauer eines Gebäudes gegenüber der typisierten AfA. Erfordert ein geeignetes Beweismittel, typischerweise ein sachverständiges Gutachten. Die steuerliche Anwendung klärt Ihre Steuerberatung.

Mehr dazu: Sachverständiges Restnutzungsdauergutachten · steuerliche Prüfung vorbereiten · Restnutzungsdauergutachten und Finanzamt · BFH-Urteile

Energie & Nachhaltigkeit

Effizienzhaus

KfW-Förderstandard für energieeffiziente Gebäude. Benennung nach Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes nach GEG (z.B. Effizienzhaus 55 = 55 Prozent des Referenzwerts). Voraussetzung für BEG-Fördermittel.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · Altbausanierung Kosten · Förderprogramme Hessen und BW

GEG

Gebäudeenergiegesetz. Bundesgesetz seit 2020 (Fassung 2023 mit 65-Prozent-EE-Pflicht). Regelt energetische Anforderungen an Neubau und Bestand, Austauschpflichten für Heizkessel, Dämmpflichten, Mindeststandards für Heizungen in Bestandsgebäuden. Besonders relevant für ESG-Bewertungen.

Mehr dazu: ESG und Gebäudebewertung · EPBD 2026: Energieausweis-Pflichten · Technische Due Diligence

Primärenergiebedarf

Kennwert aus dem Energieausweis in kWh/m²a, der den Energiebedarf eines Gebäudes inklusive Vorkette (Gewinnung, Umwandlung, Transport des Energieträgers) ausweist. Grundlage für GEG-Nachweise und EU-EPBD-Einstufung.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · EPBD 2026: Energieausweis-Pflichten · Lexikon: Formel Primärenergie

Energieausweis

Dokument zur energetischen Bewertung von Gebäuden nach GEG. Zwei Varianten: Bedarfsausweis (auf Basis berechneter Energiebedarfswerte) und Verbrauchsausweis (auf Basis tatsächlicher Verbräuche der letzten 3 Jahre). Bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung besteht Vorlagepflicht gegenüber dem Interessenten.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · EPBD 2026: Energieausweis-Pflichten

U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

Kennwert für den Wärmestrom durch ein Bauteil in W/(m²K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. Berechnung aus den Wärmeleitwiderständen der einzelnen Bauteilschichten. Zentral für GEG-Nachweise, Fördermittelanträge und energetische Bewertungen in der TDD.

Mehr dazu: Technische Due Diligence · Altbausanierung Kosten · Lexikon: U-Wert Formel

CRREM (Carbon Risk Real Estate Monitor)

Wissenschaftliches Modell, das CO2-Reduktionspfade für Immobilien definiert, die mit dem Pariser Klimaabkommen (1,5-Grad-Ziel) kompatibel sind. Gebäude, die ihren CRREM-Pfad überschreiten, gelten als Stranded Assets mit erhöhtem Refinanzierungs- und Vermietungsrisiko. Zunehmend von institutionellen Investoren und Banken als Entscheidungskriterium genutzt.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · Sanierungsmanagement Bestandsbau · Lexikon: CRREM-Pfad

Stranded Asset

Immobilie, deren energetischer Zustand so weit hinter den regulatorischen und marktseitigen Anforderungen zurückliegt, dass sie absehbar an Wert, Vermietbarkeit oder Finanzierbarkeit verliert. Auslöser sind verschärfte GEG-Anforderungen, die EU-Gebäuderichtlinie EPBD und CRREM-Pfade. Ein Gebäude, das seinen CRREM-Pfad überschreitet, gilt als Stranded-Asset-Kandidat. Banken und institutionelle Investoren bewerten dieses Risiko zunehmend explizit.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · ESG-Stranded-Asset-Bewertung · Investorenbegleitung

Manage to Green

Investmentstrategie, bei der energetisch schwache Bestandsobjekte gezielt angekauft oder gehalten und durch Sanierung auf einen marktfähigen Energiestandard gebracht werden. Ziel ist die Vermeidung des Stranded-Asset-Risikos und die Wertsteigerung über die energetische Aufwertung. Erfordert eine belastbare CapEx-Planung, einen Sanierungsfahrplan und die Quantifizierung des CRREM-Pfads.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · CapEx-Plan Immobilie · Investorenbegleitung

Heizlast (DIN EN 12831)

Rechnerisch ermittelte Wärmeleistung in Kilowatt, die ein Gebäude benötigt, um an einem Auslegungstag die gewünschte Innentemperatur zu halten. Die Norm DIN EN 12831 ist die Grundlage für die korrekte Dimensionierung von Heizung und Wärmepumpe. Eine fehlerhafte Heizlastberechnung führt zu über- oder unterdimensionierten Anlagen und ist eine häufige Ursache für ineffiziente Wärmepumpen im Bestand.

Mehr dazu: ESG-Gebäudebewertung · Altbausanierung Kosten

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Vergaberecht & öffentliche Aufträge

VgV (Vergabeverordnung)

Regelt die Vergabe öffentlicher Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte für Liefer- und Dienstleistungen (ab 221.000 EUR netto). Definiert Verfahrensarten (Offenes Verfahren, Nichtoffenes Verfahren, Verhandlungsverfahren), Fristen, Eignungskriterien und Zuschlagskriterien. Für freiberufliche Leistungen (Architekten, Ingenieure) gilt VgV.

Mehr dazu: Öffentliche Auftraggeber · Vergabeunterlagen technisch prüfen

UVgO (Unterschwellenvergabeordnung)

Regelt die Vergabe öffentlicher Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte. Verfahrensarten: Direktauftrag (bis 1.000 EUR), Verhandlungsvergabe (bis 25.000 EUR bzw. 100.000 EUR bei freiberuflichen Leistungen), Öffentliche Ausschreibung. Die landesspezifischen Wertgrenzen können abweichen.

Mehr dazu: Öffentliche Auftraggeber

VOB/A

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil A. Regelt die Vergabe von Bauleistungen durch öffentliche Auftraggeber. Abschnitt 1: nationale Vergabe unterhalb der Schwellenwerte. Abschnitt 2 (VOB/A-EU): Vergabe oberhalb der EU-Schwellenwerte (ab 5.538.000 EUR netto für Bauaufträge).

Eignungskriterien

Mindestanforderungen an die Befähigung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und technische/berufliche Leistungsfähigkeit eines Bieters. Werden in der Bekanntmachung festgelegt und müssen durch Eigenerklärungen, Referenzen, Umsatznachweise oder Berufszulassungen nachgewiesen werden. Wer die Eignungskriterien nicht erfüllt, wird vom Verfahren ausgeschlossen.

Mehr dazu: Öffentliche Auftraggeber · Vergabeunterlagen technisch prüfen

Zuschlagskriterien

Bewertungskriterien für die Angebotswertung. Neben dem Preis können Qualität, Konzept, Personal, Erfahrung, Nachhaltigkeit und weitere Kriterien bewertet werden (MEAT: Most Economically Advantageous Tender). Die Gewichtung muss vorab bekanntgegeben werden. Bei Ingenieurleistungen überwiegt häufig die Qualität (60 bis 70 %) gegenüber dem Preis.

Rügeobliegenheit

Pflicht des Bieters, Vergaberechtsverstösse unverzüglich (innerhalb von 10 Kalendertagen ab Kenntnis) gegenüber dem Auftraggeber zu rügen (§160 Abs. 3 GWB). Wird die Rüge versäumt, ist ein Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer unzulässig. Die Rüge muss den Verstoss konkret benennen.

Vergabekammer

Behördliche Stelle zur Überprüfung von Vergabeentscheidungen oberhalb der EU-Schwellenwerte (§155 ff. GWB). Nachprüfungsantrag kann gestellt werden bei Verdacht auf Vergaberechtsverstosse (nach vorheriger Rüge). Entscheidung innerhalb von 5 Wochen. Beschwerde zum OLG (Vergabesenat) möglich.

Referenzen (Vergaberecht)

Nachweise über vergleichbare, erfolgreich durchgeführte Aufträge als Eignungsbeleg. Typische Anforderungen: vergleichbare Leistungsart und -umfang, Mindestbaukosten, Zeitraum (letzte 3 bis 5 Jahre), Auftraggeber mit Ansprechpartner. Referenzen müssen die geforderten Mindestanforderungen vollständig erfüllen.

Mehr dazu: Öffentliche Auftraggeber

Vergabestrategie

Systematische Festlegung der Vergabestruktur eines Bauprojekts: Einzelvergabe, GU-Vergabe, Paketvergabe oder Mischformen. Berücksichtigt Projektgröße, Marktlage, Risikoverteilung, Terminvorgaben und die Kapazitäten des Bauherrn. Die Vergabestrategie beeinflusst Kosten, Termine und Steuerbarkeit des Projekts maßgeblich.

Mehr dazu: Projektsteuerung vs. GU · Bauüberwachung und Vergabe · Öffentliche Auftraggeber

Projektsteuerung & Controlling

Projektsteuerung

Übergeordnete Steuerungsleistung im Bauprojekt, die als Stabsstelle des Bauherrn die fünf Handlungsbereiche Organisation, Qualitäten, Kosten, Termine und Verträge koordiniert. Das Leistungsbild ist im AHO Heft Nr. 9 definiert. Abzugrenzen von der Objektüberwachung (LPH 8), die sich auf die Bauausführung konzentriert.

Mehr dazu: Projektsteuerung · Projektsteuerung nach AHO · Projektsteuerung für Kommunen · Projektsteuerung Kosten · Projektsteuerung vs. GU · BIM in der Projektsteuerung

Projektcontrolling

Systematische Überwachung von Kosten, Terminen und Qualitäten während der Projektlaufzeit durch Soll-Ist-Vergleiche, Prognosen und Abweichungsanalysen. Instrumente: Kostenverfolgung nach DIN 276, Balkenterminplan mit Fortschreibung, Risikomanagement, Nachtragsregister, Monatsbericht an den Bauherrn.

Mehr dazu: Projektcontrolling · Projektcontrolling für Kommunen · Projektcontrolling für Projektentwickler · Externes Projektcontrolling für Banken · Lexikon: Soll-Ist-Vergleich

Kritischer Pfad

Die längste Vorgangskette im Bauzeitenplan ohne Pufferzeit. Verzögerungen auf dem kritischen Pfad führen unmittelbar zur Verzögerung des Gesamtprojekts. Im Projektcontrolling werden kritische Vorgänge besonders überwacht und bei Störungen priorisiert beschleunigt.

Mehr dazu: Projektcontrolling · Risikomanagement Bauprojekt

Nachtragsregister

Zentrale Übersicht aller Nachträge eines Bauprojekts mit Anmeldedatum, Gewerk, Anspruchsgrundlage, Betrag (angemeldet/geprüft/beauftragt), Status und Prognose. Das Nachtragsregister ist das wichtigste Controlling-Instrument für die Kostenverfolgung bei Bauvorhaben und Basis für den Monatsbericht.

Mehr dazu: Rechnungs- und Nachtragsprüfung · Nachtragsmanagement VOB/B · Kostenexplosion vermeiden

Abschlagszahlung

Teilzahlung auf die Vergütung für bereits erbrachte (Teil-)Leistungen nach BGB bzw. VOB/B. Der Auftragnehmer hat Anspruch auf Abschlagszahlungen in Höhe des Wertes der vertragsgemäß erbrachten Leistungen. Prüfungsfrist: 30 Tage (BGB) bzw. 21 Tage (VOB/B).

Nachkalkulation

Vergleich der tatsächlich angefallenen Kosten mit der Auftragskalkulation nach Abschluss eines Gewerks oder Projekts. Dient der Ergebnisprüfung, der Identifikation von Abweichungsursachen und der Verbesserung zukünftiger Kalkulationen. Im Projektcontrolling ein zentrales Instrument zur Lernkurve und Margensteuerung.

Mehr dazu: Projektcontrolling · Kostenexplosion vermeiden

Nachtragsquote

Verhältnis der Nachtragssumme zur ursprünglichen Auftragssumme in Prozent. Kennzahl für die Qualität der Ausschreibung und Planung. Typische Werte im Hochbau: 5 bis 15 % bei guter Vorbereitung, 20 bis 40 % bei komplexen Bestandsprojekten oder mangelhafter Planung. Wird im Projektcontrolling überwacht.

Mehr dazu: Nachtragsmanagement VOB/B · Nachtragsprävention · Lexikon: Nachtragsquote Formel

Stellplatznachweis

Nachweis der erforderlichen Kfz-Stellplätze für ein Bauvorhaben nach der jeweiligen Landesbauordnung und kommunalen Stellplatzsatzung. Die Anzahl richtet sich nach Nutzungsart und Größe (z.B. 1 Stellplatz je Wohneinheit, 1 je 30 bis 40 m² Bürofläche). Kann durch Ablösebeträge ersetzt werden. Relevant für Machbarkeitsstudien und Baugenehmigungen.

Mehr dazu: Bauüberwachung · Machbarkeitsstudie

Finanzierung & Unternehmensberatung

Eigenkapitalquote

Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Zentrale Kennzahl für die Kreditwürdigkeit und finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Banken fordern im Mittelstand typischerweise 20 bis 30 %. Im Baugewerbe liegen die Werte branchenbedingt oft niedriger (15 bis 20 %).

Mehr dazu: Unternehmensberatung · Lexikon: Eigenkapitalquote Formel

LTV (Loan-to-Value)

Beleihungsauslauf: Verhältnis von Kreditvolumen zum Marktwert der finanzierten Immobilie. Banken finanzieren Wohnimmobilien typischerweise bis 70 bis 80 % LTV, Gewerbeimmobilien bis 60 bis 65 %. Je niedriger der LTV, desto günstiger die Konditionen und desto geringer das Ausfallrisiko.

Mehr dazu: Ankaufsberatung · Lexikon: LTV Berechnung

DSCR (Debt Service Coverage Ratio)

Kapitaldienstdeckungsquote: Verhältnis des Nettobetriebsertrags (NOI) zum Kapitaldienst (Zins und Tilgung). Minimalanforderung der meisten Banken bei Immobilienfinanzierung: 1,20 bis 1,30. Werte unter 1,0 bedeuten, dass die Mieteinnahmen den Kapitaldienst nicht decken.

Mehr dazu: Investorenberatung · Lexikon: DSCR Formel

EBITDA

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Kennzahl für die operative Ertragskraft eines Unternehmens, unabhängig von Finanzierungsstruktur, Abschreibungspolitik und Steuerlast. Im M&A-Kontext werden Unternehmen häufig mit einem Vielfachen des EBITDA bewertet (EBITDA-Multiple).

Mehr dazu: Unternehmensberatung · Lexikon: EBITDA Berechnung

Due Diligence

Sorgfältige Prüfung eines Unternehmens oder einer Immobilie vor einer Transaktion. Im Immobilienbereich umfasst sie technische (TDD), wirtschaftliche (Commercial DD), rechtliche (Legal DD) und steuerliche Prüfung. Ziel: Identifikation von Risiken, Wertminderungen und Deal-Breakern vor dem Kaufentscheid.

Mehr dazu: Technische Due Diligence · TDD für Investoren · Ankaufsberatung

Businessplan

Strukturierte Darstellung eines Geschäftsmodells mit Marktanalyse, Strategie, Finanzplanung und Umsetzungsplan. Bestandteile: Executive Summary, Geschäftsmodell, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Organisation, Finanzplan (GuV, Liquidität, Bilanz), Kapitalbedarfsplanung. Grundlage für Bankgespräche und Investorenansprache.

Mehr dazu: Unternehmensberatung · Wachstum für Handwerksunternehmen

SWOT-Analyse

Strategisches Analyseinstrument mit vier Dimensionen: Strengths (interne Stärken), Weaknesses (interne Schwächen), Opportunities (externe Chancen), Threats (externe Risiken). Dient als Grundlage für die Strategieentwicklung und Positionierung. Im Bau- und Immobilienkontext häufig für Standort- und Projektbewertungen verwendet.

Mehr dazu: Strategische Beratung

Cashflow

Zahlungsstrom eines Unternehmens oder einer Immobilie in einer Periode. Im Unternehmenskontext: operativer Cashflow (aus Geschäftstätigkeit), Investitions-Cashflow und Finanzierungs-Cashflow. Im Immobilienkontext: Mieteinnahmen abzüglich aller zahlungswirksamen Kosten inklusive Kapitaldienst. Zentraler Indikator für Liquidität und Schuldentragfähigkeit.

Mehr dazu: Unternehmensberatung · Investorenberatung

Covenant (Kreditvertrag)

Vertragliche Nebenbedingung in Kreditverträgen, die der Kreditnehmer laufend einhalten muss. Typische Financial Covenants bei Immobilienfinanzierungen: LTV-Obergrenze (z.B. max. 75 %), DSCR-Untergrenze (z.B. min. 1,20), Eigenkapitalquote, Ausschüttungsbegrenzung. Bei Verletzung drohen Nachbesicherung, Margenzuschlag oder Kündigung.

Mehr dazu: Investorenberatung · Ankaufsberatung

GRZ / GFZ (Grundflächenzahl / Geschossflächenzahl)

Kennzahlen der baulichen Ausnutzbarkeit eines Grundstücks nach §19/BauNVO. Die GRZ gibt an, welcher Anteil des Grundstücks überbaut werden darf (z.B. GRZ 0,4 = 40 %). Die GFZ gibt das Verhältnis der gesamten Geschossfläche zur Grundstücksfläche an (z.B. GFZ 1,2 bei 1.000 m² Grundstück = max. 1.200 m² Geschossfläche). Maßgeblich für Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Mehr dazu: Machbarkeitsstudie · Bauüberwachung

Loan-to-Cost (LTC)

Verhältnis des Kreditvolumens zu den Gesamtkosten eines Projekts (Grundstück + Baukosten + Nebenkosten). Bankübliche Obergrenze bei Projektfinanzierungen: 75 bis 85 % LTC. Ergänzend zum LTV, der sich auf den fertigen Marktwert bezieht. Je niedriger der LTC, desto höher der Eigenkapitaleinsatz und desto geringer das Finanzierungsrisiko.

Mehr dazu: Investorenberatung · Ankaufsberatung · Lexikon: LTC Berechnung

Konsortialfinanzierung

Finanzierung, bei der sich mehrere Banken zu einem Konsortium zusammenschließen, um ein großes Kreditvolumen gemeinsam zu tragen und das Ausfallrisiko zu verteilen. Üblich bei größeren Bauträger- und Projektfinanzierungen. Eine Bank übernimmt die Konsortialführung. Für das Konsortium ist ein unabhängiges Projektcontrolling mit standardisiertem Bautenstandsbericht besonders wichtig, weil alle beteiligten Banken dieselbe belastbare Informationsgrundlage benötigen.

Mehr dazu: Projektcontrolling für Banken · Konsortialfinanzierung Risk-Mitigation

LTV-Bruch

Verletzung der im Kreditvertrag vereinbarten LTV-Obergrenze, weil entweder das Kreditvolumen zu hoch ist oder, häufiger, der Marktwert der Immobilie gesunken ist. Ein LTV-Bruch ist eine Covenant-Verletzung und löst typischerweise Nachbesicherungsforderungen, Margenzuschläge oder im Extremfall die Kündigung der Finanzierung aus. Sinkende Bewertungen durch energetische Risiken können einen LTV-Bruch auslösen, ohne dass sich am Kredit selbst etwas ändert.

Mehr dazu: Projektcontrolling für Banken · LTV-Bruch in der Bauträgerfinanzierung

Technical Asset Management

Der technische Teil des Asset Managements von Immobilienbeständen: laufende Überwachung von Bauzustand, Instandhaltungsbedarf und CapEx, Steuerung von Sanierungsmaßnahmen, technisches Reporting an die Eigentümerebene und Begleitung von Investitionsentscheidungen. Abzugrenzen vom kaufmännischen Asset Management, das sich auf Mieten, Verträge und Cashflow konzentriert. Bei Bestandshaltern und Family Offices oft ausgelagert an einen technischen Berater.

Mehr dazu: Investorenbegleitung · Reporting-Strukturen für Bestandshalter

Mittelabruf

Anforderung von Kreditauszahlungen bei der finanzierenden Bank entsprechend dem Baufortschritt. Die Bank prüft anhand des Bautenstandsberichts, ob der beantragte Auszahlungsbetrag dem tatsächlichen Leistungsstand entspricht. Typischerweise erfolgt der Mittelabruf in 4 bis 8 Tranchen, gekoppelt an definierte Baumeilensteine.

Mehr dazu: Projektcontrolling für Banken · Bauüberwachung

OpEx (Operational Expenditure)

Laufende Betriebskosten einer Immobilie oder eines Unternehmens. Im Immobilienkontext: Verwaltung, Versicherung, Instandhaltung, nicht umlagefähige Betriebskosten. Abzugrenzen von CapEx (investive Ausgaben). Das Verhältnis von OpEx zu Mieteinnahmen (OpEx Ratio) ist ein Indikator für die Bewirtschaftungseffizienz.

Mehr dazu: Portfolioanalyse · CapEx-Planung

Unit Economics

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf Ebene einer einzelnen Leistungseinheit: Was kostet die Erbringung einer Einheit (z.B. ein Gutachten, ein Projektsteuermandat) und was bringt sie ein? Zentrale Kennzahlen: Deckungsbeitrag pro Auftrag, Customer Acquisition Cost (CAC), Customer Lifetime Value (CLV), Break-Even-Punkt. Grundlage für Pricing und Skalierungsentscheidungen.

Mehr dazu: Unternehmensberatung · Wachstum für Handwerksunternehmen

Wirtschaftlichkeitsberechnung

Vorausschauende Berechnung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Bau- oder Immobilienprojekts. Enthält Investitionskosten (Grundstück, Bau, Nebenkosten), Finanzierungsstruktur, laufende Einnahmen und Ausgaben, Kapitaldienst und die resultierende Eigenkapitalrendite. Grundlage für Go/No-Go-Entscheidungen bei Projektentwicklungen und Ankäufen.

Mehr dazu: Machbarkeitsstudie · Investorenberatung · Ankaufsberatung

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