HOAI LPH 8 und 9
Bauüberwachung und Objektbetreuung
Für Bauherren, Projektentwickler und Bestandshalter, die eine unabhängige Kontrollinstanz auf der Baustelle brauchen. Fachliche Grundlage ist die Objektüberwachung und Objektbetreuung nach HOAI-Anlage 10.
InputPlanstand, Leistungsverzeichnisse, Bauvertrag, Terminplan, Nachtragsstand, Rechnungen.
Typischer AnlassBaustart, laufendes Problemprojekt, Kostenanstieg, Abnahme oder Gewährleistung.
- Projektakte und Vertrag prüfen: Leistungsumfang, Schnittstellen, Risiken und offene Entscheidungen klären.
- Baustelle kontrollieren: Ausführung, Qualität, Termine, Mängel, Fotodokumentation und Jour-fixe-Struktur.
- Rechnungen und Aufmaße prüfen: Mengen, Einheitspreise, Nachträge, nicht beauftragte Leistungen und Abzüge.
- Abnahme vorbereiten: Mängellisten, Vorbehalte, Restleistungen, Fristen und Dokumentation strukturieren.
- Gewährleistung nachhalten: Mängelbeseitigung verfolgen und technische Rückfragen des Auftraggebers sichern.
Ergebnis: geprüfte Bauqualität, belastbarer Kostenstand, dokumentierte Mängel, geprüfte Rechnungen und eine technisch vorbereitete Abnahme.
AHO-Projektsteuerung
Projektsteuerung aus Bauherrensicht
Für Projekte, bei denen nicht nur die Baustelle, sondern das gesamte System aus Organisation, Qualitäten, Kosten, Terminen und Verträgen gesteuert werden muss. Die Struktur orientiert sich an der AHO-Logik für Projektsteuerungsleistungen.
InputProjektziel, Budget, Terminrahmen, Verträge, Planerbeteiligte, Entscheidungswege.
Typischer AnlassMehrere Planer/Gewerke, Investorenreporting, Bankanforderungen oder fehlende Bauherrenorganisation.
- Projektstruktur aufsetzen: Rollen, Verantwortung, Entscheidungswege, Besprechungsrhythmus und Berichtswesen.
- Ziele operationalisieren: Qualitäten, Kostenrahmen, Terminziele, Meilensteine und Risikokategorien definieren.
- Kosten und Termine steuern: Soll-Ist-Vergleich, Prognosen, Maßnahmenlisten, Entscheidungsbedarf und Eskalationen.
- Verträge und Nachträge koordinieren: Leistungsänderungen bewerten, Anspruchslogik prüfen und Folgen dokumentieren.
- Entscheidungen vorbereiten: Varianten, Risiken und Auswirkungen so aufbereiten, dass Auftraggeber handeln können.
Ergebnis: ein führbares Projekt mit Kosten-, Termin-, Qualitäts- und Vertragsklarheit statt isolierter Einzelinformationen.
HOAI LPH 6 und 7
Ausschreibung, Angebotsprüfung und Vergabe
Für Bauherren, die vor Beauftragung belastbare Leistungsverzeichnisse, vergleichbare Angebote und eine nachvollziehbare Vergabeentscheidung brauchen. Hier wird die spätere Kosten- und Nachtragslage maßgeblich vorbereitet.
InputPlanung, Baubeschreibung, Mengenansätze, gewünschte Vergabestruktur, Budget und Qualitätsziele.
Typischer AnlassGeneralunternehmer-, Einzelgewerke- oder Paketvergabe, Sanierung, Umbau, Neubau.
- Vergabestrategie wählen: Lose, Schnittstellen, Bieterfeld, Terminlogik und Vertragsrisiken festlegen.
- Leistungsverzeichnis prüfen oder erstellen: Mengen, Positionen, technische Anforderungen und Unklarheiten bereinigen.
- Angebote plausibilisieren: Preisspiegel, Ausreißer, Nebenangebote, fehlende Leistungen und Einheitspreisrisiken prüfen.
- Vergabeempfehlung erstellen: technische, wirtschaftliche und terminliche Kriterien nachvollziehbar zusammenführen.
- Vertragsstart sichern: Nachverhandlungen, Vergabeprotokoll, offene Punkte und Startvoraussetzungen dokumentieren.
Ergebnis: vergleichbare Angebote, weniger Nachtragsangriffsfläche und eine Vergabeentscheidung, die technisch und wirtschaftlich begründet ist.
Abnahme und Mängel
Abnahmebegleitung und Gewährleistungsmanagement
Für Bauherren, die vor der Abnahme eine technische Zweitprüfung brauchen. Die Abnahme ist kein Formalakt, sondern der Moment, an dem Dokumentation, Mängel, Restleistungen und Verantwortlichkeiten sauber geordnet sein müssen.
InputVerträge, Pläne, Mängelstand, Prüfprotokolle, Rechnungen, Nachträge und Abnahmetermin.
Typischer AnlassBevorstehende Abnahme, Streit über Mängel, Schlussrechnung, Gewährleistungsende.
- Vorprüfung durchführen: kritische Bauteile, sichtbare Mängel, Restleistungen und Dokumentationslücken erfassen.
- Abnahmetermin begleiten: Mängel technisch beschreiben, Fotos sichern, Verantwortlichkeiten und Fristen festhalten.
- Schlussrechnung plausibilisieren: offene Leistungen, Einbehalte, Nachträge und Abrechnungsstand gegenüberstellen.
- Mängelbeseitigung verfolgen: Nachbesserungen prüfen, Fristen kontrollieren und Restpunkte schließen.
- Gewährleistungscheck durchführen: vor Fristablauf neuralgische Punkte nochmals technisch kontrollieren.
Ergebnis: eine belastbare technische Abnahmedokumentation, klare Mängellisten und weniger Risiko, Rechte durch unklare Übergabe zu verlieren.
Rechnung, Nachtrag, Controlling
Rechnungsprüfung und Nachtragsbewertung
Für Auftraggeber, die wissen müssen, ob abgerechnete Mengen, Nachträge und Leistungsstände technisch und wirtschaftlich plausibel sind. Der Fokus liegt auf prüfbaren Fakten: Aufmaß, Vertrag, Leistungsänderung, Baufortschritt und Kostenprognose.
InputVertrag, LV, Aufmaße, Rechnungen, Nachtragsangebote, Bautagesberichte, Planänderungen.
Typischer AnlassKostenüberschreitung, Nachtragswelle, Schlussrechnung, Streit über Mengen oder Leistungsänderungen.
- Vertrags- und LV-Basis klären: Welche Leistung war beauftragt, welche Einheitspreise und Nachweise gelten?
- Aufmaß und Leistungsstand prüfen: Mengen, Teilmengen, Doppelberechnungen, nicht ausgeführte Leistungen und Abgrenzungen kontrollieren.
- Nachträge technisch bewerten: geänderte oder zusätzliche Leistungen, Ursache, Dokumentation und Kostenwirkung einordnen.
- Kostenfortschreibung erstellen: geprüfter Ist-Stand, offene Risiken, Prognose bis Projektende und Entscheidungsbedarf.
- Verhandlungsgrundlage vorbereiten: strittige Positionen, Beleglage und technische Argumentation nachvollziehbar dokumentieren.
Ergebnis: geprüfte Rechnungen, belastbare Nachtragsbewertung und ein Kostenbild, das als fachliche Grundlage für Entscheidungen, Verhandlungen oder eine separate Rechtsberatung taugt.
Wichtig: Wir ersetzen keine Rechtsberatung. Wir prüfen technische, wirtschaftliche und dokumentarische Sachverhalte und bereiten Entscheidungen so auf, dass Bauherren, Rechtsberater und Projektbeteiligte mit belastbaren Fakten arbeiten können.