Ebenheit im Schmalgang- und Hochregallager: DIN 15185-1, VDMA-Richtlinie und DIN 18202
In Schmalganglagern mit leitliniengeführten Staplern zählt die Ebenheit in den Radspuren. DIN 18202 beschreibt Flächen und reicht dafür nicht aus. DIN 15185-1 von 1991, auf die viele Verträge verweisen, ist zurückgezogen. Als Maßstab dient häufig die VDMA-Richtlinie von 2010. Sie begrenzt Höhenunterschied quer, Längsebenheit und Welligkeit, gestaffelt nach der obersten Regalauflage. DIN EN 15620 enthält seit 2021 keine Bodenwerte mehr. Werte, Messverfahren, Messzeitpunkt und Nacharbeit gehören deshalb ausdrücklich in den Vertrag.
Ein Schmalgangstapler fährt in fester Spur zwischen den Regalen und hebt Lasten auf große Höhe. Jeder Höhenunterschied zwischen seinen Rädern neigt den Mast. Dieser Beitrag zeigt, welche Regelwerke für den Boden gelten und welchen Stand sie haben. Er erklärt die Messung in den Fahrspuren und was gilt, wenn der fertige Boden die Werte verfehlt.
Kennzeichnung: „Regelwerk“ steht für das, was eine Norm oder Richtlinie festlegt; was davon im Bauvertrag gilt, ergibt sich vor allem aus der Vereinbarung. „Fachliche Praxis“ steht für Empfehlungen von Herstellern und Verbänden. „Unsere Arbeitsweise“ beschreibt unser eigenes Vorgehen.
Warum im Schmalgang die Fahrspur zählt
Die VDMA-Richtlinie „Böden für den Einsatz von Schmalgang-Flurförderzeugen“ definiert den Schmalgang als Gang zwischen Regalen. Das Fahrzeug fährt darin mit mindestens 90 mm Abstand zum Regal oder zur Last. Leitliniengeführte Stapler werden dort mechanisch über Führungsschienen oder induktiv über einen Leitdraht im Boden geführt.
Die Fahrzeuge fahren mit angehobener Last oder hochgefahrenem Fahrerplatz. Liegt eine Radspur höher als die andere, neigt sich das Fahrzeug quer zum Gang. Am Mast wird daraus eine seitliche Abweichung, die mit der Hubhöhe wächst. Ein Staplerhersteller nennt in seinem Merkblatt als Folgen höhere Betriebs- und Wartungskosten sowie Schäden an Fahrzeugen, Ware und Regalen.
Vereinfachtes Rechenbeispiel mit fiktiven Werten: Abstand der Lasträder 1,5 m, Höhenunterschied zwischen den Radspuren 3 mm, Last in 12 m Höhe. Bei starr gedachtem Mast ergibt sich eine seitliche Abweichung von 3 mm / 1.500 mm × 12.000 mm = 24 mm. Verformungen von Mast, Rädern und Regal kommen hinzu.
Die Ebenheit der Fahrspuren ist damit eine Betriebsanforderung des Nutzers. Sie muss feststehen, bevor die Bodenplatte geplant und vergeben wird.
Regelwerke für Böden in Schmalgang- und Hochregallagern und ihr Stand
Den Status haben wir am 4. November 2026 bei DIN und DIN Media abgefragt.
| Regelwerk | Stand | Gegenstand | Bodenwerte |
|---|---|---|---|
| DIN 18202, Toleranzen im Hochbau, Bauwerke | 2019-07, aktuell; Norm-Entwurf 2026-08 liegt vor | Maß-, Winkel-, Ebenheits- und Fluchtabweichungen | ja, für Flächen (Tabelle 3) |
| DIN 15185-1, Lagersysteme mit leitliniengeführten Flurförderzeugen; Anforderungen an Boden, Regal und sonstige Anforderungen | 1991-08, zurückgezogen, ohne Nachfolger | Boden, Regal, Leitlinienführung, Zentrierplätze, Regalvorfeld | ja, als Vertragsinhalt nur durch Vereinbarung |
| DIN 15185-2, Flurförderzeuge, Sicherheitsanforderungen, Teil 2: Einsatz in Schmalgängen | 2013-10, aktuell | Personenschutz, Sicherheitsabstand mindestens 500 mm | nein |
| VDMA-Richtlinie Böden für den Einsatz von Schmalgang-Flurförderzeugen | September 2010, Verbandsrichtlinie | Geometrie flächenfertiger Böden für Schmalgangfahrzeuge | ja, Tabellen A.1 bis A.3 |
| DIN EN 15620, Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl, Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume | 2021-11, aktuell, ersetzt 2010-05 | Regaltoleranzen, Freiräume, Schnittstelle Regal zu Lager | gestrichen, Verweis auf FEM 9.831-1 |
| FEM 9.831-1 (zugleich FEM 10.3.01-1) | 2012-10, aktuell | Lagersysteme mit Regalbediengeräten | für Regalbediengeräte |
| TR34 der britischen Concrete Society; Fmin nach ACI; FF und FL nach ASTM E1155 | je nach Herausgeber, TR34 in 4. Auflage von 2013 | Flächen mit freiem Verkehr und festgelegte Fahrwege | ja, eigene Kennwerte |
Regelwerk: DIN 15185-1 ist laut DIN Media zurückgezogen; der Normenvertrieb standards.ie nennt den 25. Mai 2021 und keinen Ersatz. Viele Leistungsbeschreibungen, Mietverträge und Herstellerunterlagen nennen sie trotzdem. Vereinbaren die Parteien sie, gilt ihr Inhalt als vertragliche Anforderung. Ob sie ohne Vereinbarung als anerkannte Regel der Technik gilt, ist eine Rechtsfrage.
Unsere Arbeitsweise: Wir schreiben die Anforderungen nicht als Normnummer, sondern als Zahlen mit Messverfahren in den Vertrag. Dann spielt der Status der Norm für die Abnahme keine Rolle.
Was DIN 18202 im Schmalgang leistet und wo sie endet
DIN 18202:2019-07 begrenzt in Tabelle 3 Stichmaße zwischen Messpunkten auf einer Fläche. Für flächenfertige Böden gilt in der Regel Zeile 3, mit erhöhten Anforderungen Zeile 4, wenn sie vereinbart ist. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber Toleranzen im Hochbau nach DIN 18202. Der Norm-Entwurf E DIN 18202:2026-08 überarbeitet nach Angaben von DIN Media die Zuordnung in Tabelle 3. Neu ist dort ein Abschnitt zu Maßnahmen bei Abweichungen. Für Schmalgänge fehlen der Norm drei Dinge:
- ein Grenzwert für den Höhenunterschied quer zwischen zwei Radspuren,
- ein Kriterium für die Welligkeit, also die wiederkehrende Unebenheit über kurze Entfernungen,
- eine Staffelung nach der Hubhöhe.
| Messpunktabstand | DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 | DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 4 | VDMA-Richtlinie, Tabelle A.2 |
|---|---|---|---|
| 1 m | 4 mm | 3 mm | 2 mm |
| 2 m | nicht tabelliert | nicht tabelliert | 3 mm |
| 3 m | nicht tabelliert | nicht tabelliert | 4 mm |
| 4 m | 10 mm | 9 mm | 5 mm |
Grenzwerte als Stichmaß, Auszug aus DIN 18202:2019-07 und der VDMA-Richtlinie von 2010; maßgeblich sind die Originaltexte, auch für Zwischenabstände. Die VDMA-Richtlinie schreibt für die Längsebenheit das Messverfahren der DIN 18202 vor, setzt aber engere Grenzen.
Fachliche Praxis und Tragwerk: Das DBV-Merkblatt „Industrieböden aus Beton“ (Fassung Februar 2017) behandelt nicht tragende Böden. Für Hochregallager weist es darauf hin, dass je nach Landesbauordnung und Regalhöhe bauordnungsrechtliche Anforderungen gelten können. Leitet die Platte Kräfte aus dem Bauwerk ab, gilt sie als tragend. Aus unserer Sicht trifft das etwa auf Hochregallager in Silobauweise zu, bei denen das Regal das Dach trägt. Klären Sie die Einstufung früh mit Tragwerksplanung und Bauaufsicht.
Messung in den Fahrspuren nach der VDMA-Richtlinie
Gemessen wird dort, wo die Räder fahren. Regalplan, Gangachsen und Fahrzeugtyp müssen deshalb feststehen. Die Richtlinie arbeitet mit vier Kenngrößen:
- Höhenunterschied quer (dZ) zwischen den Mitten der Lasträder: Grenzwert ist der Abstand der Lasträder Z in m mal der zulässigen Querneigung ZSLOPE in mm/m.
- Längsebenheit als Spalt unter dem Messlineal entlang der Spur.
- Welligkeitszahl Fx aus Höhenunterschieden benachbarter Messpunkte; sie muss je Radspur und je 2-m-Abschnitt über dem Grenzwert liegen.
- Planheit: Alle Punkte eines 3-m-Rasters liegen innerhalb von ±15 mm zum Bezugspunkt im Arbeitsbereich des Fahrzeugs.
| Oberste Regalauflage | Zulässige Querneigung ZSLOPE | Höhenunterschied dZ | Mindestwert Fx |
|---|---|---|---|
| bis 6 m | 2,0 mm/m | Z × 2,0 mm/m | 300 |
| 10 m | 1,5 mm/m | Z × 1,5 mm/m | 400 |
| 15 m | 1,0 mm/m | Z × 1,0 mm/m | 525 |
Nach VDMA-Richtlinie, Tabellen A.1 und A.3; über 6 m wird interpoliert. Im Beispiel der Richtlinie ergeben 8 m Regalauflage und 1,5 m Spurweite ZSLOPE 1,75 mm/m, dZ 2,625 mm und Fx mindestens 350.
Ablauf der Messung
- Beginn am ersten Regalständer; jede Radspur wird in Abschnitte von 2 m geteilt.
- Je Abschnitt 40 Messpunkte im Abstand von 50 mm; daraus 39 Höhenunterschiede und 38 Krümmungswerte für Fx.
- Messgerät nach den Vorgaben der Richtlinie mit Stahlrollen; andere Verfahren nur bei nachweislich gleichen Ergebnissen.
- Wahlweise fortlaufende Messung in 2-mm-Schritten mit 25 Messreihen und gemitteltem Fx,avg.
- Schächte, Rinnen und Gullys mindestens 200 mm neben Radspuren und Regalfußauflagen, sofern die Krafteinleitung nicht anders gesichert ist.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten: Oberste Regalauflage 12 m, Lasträderabstand Z = 1,6 m. Zwischen 10 m (1,5 mm/m) und 15 m (1,0 mm/m) interpoliert: 1,5 mm/m abzüglich 0,4 × 0,5 mm/m = 1,3 mm/m. Zulässig ist dZ = 1,6 × 1,3 = 2,08 mm. Für Fx gilt 400 + 0,4 × 125 = 450 als Mindestwert. Zum Vergleich: DIN 18202 begrenzt den Höhenunterschied quer nicht; Zeile 4 lässt als Stichmaß schon bei 1 m Messpunktabstand 3 mm zu.
Unsere Arbeitsweise: Die Richtlinie nennt keinen Messzeitpunkt. Wir planen eine erste Messung, solange vor der Regalmontage nachgearbeitet werden kann, und eine Abnahmemessung in den tatsächlichen Fahrspuren. Beton verformt sich in den ersten Monaten noch, etwa durch aufwölbende Plattenränder. Das Datum jeder Messung gehört deshalb zum Befund, siehe Risse und Schüsselung im Hallenboden.
Anforderungen von Stapler- und Regalherstellern
Fachliche Praxis: Hersteller geben eigene Bodenanforderungen vor und verweisen auf unterschiedliche Regelwerke. Ein Staplerhersteller nennt in seinem Merkblatt Messungen nach ACI Fmin, TR34, EN 15620, DIN 15185 und der VDMA-Richtlinie. Böden ohne gezielte Planung für Schmalgänge erreichen danach meist nicht die nötige Ebenheit, und es wird nachgearbeitet. Für die Planung des Bodens brauchen Sie von Stapler- und Regallieferant:
- Fahrzeugtyp, Lasträderabstand, Radstand, Radlasten und maximale Hubhöhe,
- oberste Regalauflage, Gangbreiten und Gangachsen aus dem freigegebenen Regalplan,
- Art der Leitlinienführung; bei induktiver Führung Lage des Leitdrahts und Querung von Fugen,
- Regalfußlasten und Ankerpunkte; nach dem frei einsehbaren Auszug verlangt DIN EN 15620:2021 in Abschnitt 6.1, Setzung und Durchbiegung der Bodenplatte schon in der Planung zu berücksichtigen,
- Übergabeplätze, Regalvorfeld und Umsetzgänge, in denen das Fahrzeug die Gasse wechselt,
- die Bodenanforderung des Herstellers als datiertes Dokument für den Vertrag.
Für die gestrichenen Bodengrenzabweichungen verweist DIN EN 15620:2021 nach Angaben von DIN Media auf FEM 9.831-1, einen Leitfaden für Lagersysteme mit Regalbediengeräten. In der Praxis liefert der Gerätehersteller die Anforderungen an Schiene, Fundament und Boden.
Was in Vertrag und Leistungsbeschreibung stehen muss
Diese Prüfliste verwenden wir für Leistungsbeschreibungen von Schmalgangböden:
- Nutzung: Lagersystem, Fahrzeugtyp, Lasträderabstand, oberste Regalauflage, Gangachsen.
- Werte: Grenzwerte als Zahlen; bei Verweisen die Ausgabe, etwa VDMA-Richtlinie September 2010 oder Herstellervorgabe mit Datum.
- Geltungsbereich: Fahrspuren je Gasse, Übergabeplätze, Umsetzgänge; für die übrige Halle eine Zeile der DIN 18202.
- Messverfahren: Messgerät, Messabstände, Auswertung je Abschnitt, Inhalt des Protokolls.
- Messzeitpunkte: erste Messung nach Herstellung, Abnahmemessung in den Fahrspuren, auf Wunsch Kontrolle vor Ende der Mängelhaftung.
- Zuständigkeit: Eigenüberwachung des Auftragnehmers, Gegenmessung durch einen unabhängigen Messdienstleister.
- Fugen und Einbauteile: möglichst keine Fugen in Fahrspuren, höhengleiche Fugenprofile, Leitdraht, Abstand von Schächten.
- Nacharbeit: zulässige Verfahren, größte Abtragtiefe mit Blick auf die Verschleißschicht, Messung danach.
- Abnahme: Ebenheit als eigener Abnahmepunkt vor der Regalmontage.
- Datenfluss: wer Regalplan, Fahrzeugdaten und Fugenplan bis wann freigibt.
Wir gleichen Ebenheitsanforderungen, Fugenplan, Regalplan und Fahrzeugdaten ab, bevor der Boden vergeben wird.
Prüfung anfragen
Festlegungen zur Bodenebenheit und ihre Folgen
Die Ebenheit verbindet Bautechnik, Betrieb des Nutzers, Vertrag und Kosten.
| Festlegung | Technische Folge | Vertragliche Folge | Wirtschaftliche Folge |
|---|---|---|---|
| nur „DIN 18202“ vereinbart, Schmalganglager geplant | Fahrspuren können Herstellerwerte verfehlen | War die Nutzung als Schmalganglager vertraglich vorausgesetzt? Engere Werte können ein Nachtrag sein | Nacharbeit oder Einschränkung im Betrieb; wer die Kosten trägt, hängt vom Vertrag ab |
| „DIN 15185“ ohne Ausgabe und Werte | Messverfahren unklar | Auslegungsstreit über eine zurückgezogene Norm | verzögerte Abnahme, zusätzliche Gutachten |
| VDMA-Werte mit Regalhöhe und Lasträderabstand | klare Grenzwerte je Radspur | Messprotokoll ist Abnahmegrundlage | Mehraufwand im Einbau, weniger Nacharbeit |
| Regalplan erst nach der Betonage | Fugen und Einbauteile in Fahrspuren möglich | Änderung des Bausolls nach Vertragsschluss | Nachträge, Schleifen, versetzte Fugenprofile |
| erste Messung erst nach Regalmontage | Nacharbeit nur noch zwischen Regalen | Streit, ob Herstellung oder spätere Verformung ursächlich ist | Stillstand, Terminrisiko zum Mietbeginn |
| Ebenheit nur für das System des ersten Mieters | Boden passt zu genau einem System | Folgemieter fordert andere Werte | Nacharbeit bei Mieterwechsel, Einfluss auf Vermietbarkeit und Wert |
| unabhängige Gegenmessung vereinbart | zwei nachvollziehbare Datensätze | Beweissicherung vor der Abnahme | Messkosten, geringeres Streitrisiko |
Die vertragliche Spalte nennt Prüffragen, keine rechtliche Bewertung. Für Investoren und Banken ist die Ebenheit Teil der Drittverwendungsfähigkeit, siehe Logistikimmobilien.
Wenn die Ebenheit nicht reicht: Nacharbeit, Betrieb und Mängelhaftung
Zuerst wird die Abweichung je Spur und Abschnitt lokalisiert, dann die Ursache geklärt: Einbau, spätere Verformung an Fugen, Setzung oder eine Fuge in der Spur.
| Maßnahme | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|
| Schleifen der Fahrspuren | Hochpunkte, Welligkeit, Querhöhenunterschied | trägt Verschleißschicht oder Hartstoffeinstreuung ab; neue Messung |
| Ausgleich von Tiefpunkten mit Mörtel oder Reaktionsharz | Senken in der Spur | Haftung, Verschleißfestigkeit, Freigabe des Systemherstellers, Zeit bis zur Befahrung |
| Instandsetzung von Fugen und Kanten | Versatz und Ausbrüche an Fugen | höhengleiche Profile; Hohllagen zuerst beheben |
| Teilrückbau einzelner Bahnen | großflächige Abweichungen | neue Fugen, Bauzeit, Kosten |
| Anpassung des Betriebs nach Freigabe des Staplerherstellers | wenn Nacharbeit nicht möglich ist | geringere Hubhöhe oder Geschwindigkeit, weniger Lagerleistung |
Das Schleifen aufgewölbter Fugenbereiche zur Wiederherstellung der Gebrauchstauglichkeit beschreibt auch der US-Transportbetonverband NRMCA. Die übrigen Zeilen beruhen auf unserer Erfahrung aus Hallen- und Logistikprojekten.
Gesetz: Hält der Boden vereinbarte Werte nicht ein, fehlt die vereinbarte Beschaffenheit nach § 633 Abs. 2 BGB. Nach § 635 Abs. 3 BGB darf der Unternehmer die Nacherfüllung verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Ob Nacherfüllung, Minderung oder Schadensersatz in Betracht kommt und wer Stillstand bezahlt, ist eine Rechtsfrage. Ein datiertes Messprotokoll vor der Regalmontage ist dafür die wichtigste technische Grundlage. Zum Ablauf siehe Industrieboden abnehmen.
Unsere Rolle und Abgrenzung
Unsere Arbeitsweise: In der gutachterlichen Begleitung und Qualitätssicherung von Industrieböden prüfen unsere Bauingenieure die Leistungsbeschreibung, gleichen Fugen- und Regalplan ab und überwachen Einbau und Nachbehandlung. Die Messung in den Fahrspuren organisieren wir auf Wunsch mit einem spezialisierten Messdienstleister und werten sie gegen die vereinbarten Werte aus. Wie Aufbau, Dicke und Fugenplan der Platte geplant werden, zeigt der Ratgeber Bodenplatte einer Halle planen.
Abgrenzung: Die Bemessung der Platte bleibt bei der Tragwerksplanung, die Anforderungen an Fahrzeug und Regal bei den Herstellern. Wir prüfen Schnittstellen, Termine und Ausführungsqualität, in Rhein-Main, an der Bergstraße und in Rhein-Neckar, auch überregional. In einem Projekt arbeiten wir immer nur für eine Partei. Leistungsumfang und Honorar stehen vor Beginn in einem schriftlichen Angebot.
Häufige Fragen
Nein. DIN 15185-1:1991-08 ist nach Angaben von DIN Media zurückgezogen, ein Nachfolgedokument ist nicht genannt. Vertragsinhalt wird sie, wenn die Parteien sie vereinbaren; ob sie sonst als anerkannte Regel der Technik heranzuziehen ist, ist eine Rechtsfrage. Sicherer ist es, Werte und Messverfahren als Zahlen in die Leistungsbeschreibung zu schreiben.
In der Regel nicht. Zeile 4 begrenzt Stichmaße auf einer Fläche, zum Beispiel 3 mm bei 1 m Messpunktabstand. Für Schmalgangstapler zählen zusätzlich der Höhenunterschied zwischen den Lasträdern und die Welligkeit der Fahrspur. Die VDMA-Richtlinie von 2010 regelt beides und begrenzt die Längsebenheit bei 1 m auf 2 mm.
In den Radspuren der Fahrzeuge, abschnittsweise ab dem ersten Regalständer. Nach der VDMA-Richtlinie werden je 2-m-Abschnitt 40 Punkte im Abstand von 50 mm mit einem Messgerät mit Stahlrollen erfasst. Ausgewertet werden Höhenunterschied quer, Längsebenheit und Welligkeitszahl Fx.
Ein Kennwert der VDMA-Richtlinie für die kurzwellige Unebenheit einer Radspur, berechnet aus den Höhenunterschieden benachbarter Messpunkte. Je höher der Wert, desto ruhiger die Spur. Der Mindestwert steigt mit der obersten Regalauflage, von 300 bis 6 m auf 525 bei 15 m.
Nicht mehr mit Zahlenwerten. DIN EN 15620:2021-11 hat die Bodengrenzabweichungen gestrichen und verweist auf FEM 9.831-1. Die Norm regelt Toleranzen, Verformungen und Freiräume der Regale. Verträge mit Bezug auf die Ausgabe 2010-05 sollten Sie darauf prüfen, welche Bodenwerte gemeint sind.
Meist werden Hochpunkte in den Fahrspuren abgeschliffen oder Tiefpunkte ausgeglichen. Dabei wird Verschleißschicht abgetragen, und danach ist neu zu messen. Wer die Kosten trägt, hängt vom Vertrag ab. Diese Frage klären Sie mit Ihrer Rechtsanwältin oder Ihrem Rechtsanwalt.
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