Startseite/Ratgeber/Risse in der Bodenplatte

Risse, Schüsselung und Fugenausbrüche im Hallenboden: Ursachen, Bewertung und Instandsetzung

4. November 2026 13 Min. Lesezeit Fachlich geprüft: 4. November 2026
Zusammenfassung

Risse gehören zur Bauart Beton und sind nicht von selbst ein Mangel. Entscheidend ist, was vereinbart war und ob ein Riss Befahrbarkeit, Dichtheit, Dauerhaftigkeit oder Tragfähigkeit beeinträchtigt. Schüsselung, das Aufwölben der Plattenränder durch ungleiches Schwinden, ist eine zeitabhängige Verformung, die DIN 18202 nicht erfasst. Fugenausbrüche entstehen meist an ungeschützten oder hohlliegenden Kanten unter Staplerverkehr. Vor jeder Instandsetzung stehen Rissaufnahme, Ursache und das Ziel der Maßnahme.

Fragen zu Rissen im Hallenboden beginnen oft mit einem Foto und dem Hinweis, die Platte sei erst wenige Tage alt. In Foren folgen Diagnosen ohne Messung: Schwindriss, Sinterschicht, Pfusch. Dieser Beitrag ordnet Befunde nach Ursache und Zeitpunkt, nennt die Regelwerke für Rissbreiten und zeigt Bewertung und Instandsetzung.

Kennzeichnung: „Gesetz“ und „Regelwerk“ stehen für BGB, VOB/B, Normen und Richtlinien. „Fachliche Praxis“ steht für Merkblätter und Verbandsempfehlungen. „Unsere Arbeitsweise“ beschreibt unser eigenes Vorgehen. Rechtliche Bewertungen nehmen wir nicht vor.

Warum Hallenböden reißen

Beton hat eine hohe Druck- und eine geringe Zugfestigkeit. Im Hallenboden entstehen Zugspannungen aus Schwinden, Temperatur, Lasten und behinderter Verformung, dem Zwang. Übersteigen sie die Zugfestigkeit, reißt der Beton.

Fachliche Praxis: Das DBV-Merkblatt „Begrenzung der Rissbildung im Stahlbeton- und Spannbetonbau“ (Fassung Mai 2016) nennt Risse eine typische, die Bauart kennzeichnende Erscheinung. Sie beeinträchtigen danach Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit nicht, wenn sie ausreichend verteilt und in der Breite auf unschädliche Werte begrenzt sind. Nach der Arbeitshilfe 42.1 von bauforumstahl kann eine übliche Stab- oder Mattenbewehrung Risse nicht verhindern. Bewehrung und Stahlfasern verteilen Risse und begrenzen ihre Breite.

Fachliche Praxis: Das DBV-Merkblatt „Industrieböden aus Beton“ (Fassung Februar 2017) behandelt Böden ohne tragende oder aussteifende Funktion, die durch Bewegungsfugen von tragenden Bauteilen entkoppelt sind. Für sie gelten nach dem Merkblatt die bauordnungsrechtlichen Anforderungen nicht. Welche Rissbildung zulässig ist, bestimmt deshalb vor allem der Vertrag. Zur Planung der Platte siehe Bodenplatte einer Halle planen.

Rissursachen nach dem Zeitpunkt der Entstehung

Der Zeitpunkt, zu dem ein Riss erscheint, grenzt die Ursache ein. So ordnet das Zement-Merkblatt B 18 „Risse im Beton“ (InformationsZentrum Beton, Stand Februar 2020):

ZeitpunktUrsache nach MerkblattTypischer Befund im Hallenboden
erste StundenSetzen des Frischbetons, Frühschwinden durch Austrocknen der Oberflächeflache Netzrisse bei Zugluft oder fehlender Abdeckung
erste TageAbfließen der HydratationswärmeRisse quer zu Betonierbahnen, Risse neben spät geschnittenen Scheinfugen
Wochen bis MonateTrocknungsschwindenRisse an Stützen, Fundamenten und einspringenden Ecken; Schüsselung
jederzeitTemperatur, Lasten, SetzungenLastrisse unter Regalfüßen, Setzungsrisse über verfüllten Leitungsgräben
nach JahrenKorrosion der BewehrungAbplatzungen an Rissen, etwa an Toren mit Tausalzeintrag

Spalten 1 und 2 nach Zement-Merkblatt B 18, Tafel 1; Spalte 3 nach unserer Praxis. Als Faustregel nennt das Merkblatt oberflächennahe Risse bei jungem Beton, wenn Kern und Schale mehr als 20 K auseinanderliegen.

Ursachen, die im Hallenboden oft zusammenkommen

Schüsselung: wenn sich Plattenränder aufwölben

Schüsselung heißt, dass sich Ränder und Ecken einer Betonplatte nach oben wölben. Nach dem US-Transportbetonverband NRMCA liegt die Ursache vor allem in Feuchte- und Temperaturunterschieden zwischen Ober- und Unterseite. Die Oberseite trocknet und schwindet stärker als die feuchte Unterseite. Dünne Platten und große Fugenabstände verstärken das. Mit dem Alter geht die Verformung zurück, wenn sich Feuchte und Temperatur im Querschnitt angleichen.

Folgen im Betrieb: An den Rändern liegt die Platte hohl und kann unter Last reißen. Harte Staplerräder schlagen auf die Kanten, die dann ausbrechen. In Schmalganglagern ändert sich die Ebenheit der Fahrspuren, siehe Ebenheit im Schmalgang- und Hochregallager.

Regelwerk: DIN 18202 erfasst zeitabhängige Verformungen nicht. Eine Messung kurz nach der Herstellung kann eingehalten sein, obwohl sich Monate später Ränder heben. Wir messen deshalb mit Datum und vor der Abnahme erneut.

Fachliche Praxis: Zur Vorbeugung nennt NRMCA wenig Anmachwasser, gute Nachbehandlung, begrenzte Fugenabstände und Bewehrung im oberen Plattendrittel. Sein Fugenabstand von höchstens der 24-fachen Dicke weicht vom deutschen Anhaltswert ab; im Projekt gilt der Fugenplan. Zur Instandsetzung beschreibt NRMCA das Schleifen der Fugenbereiche und das Unterpressen, also das Verfüllen der Hohlräume unter der Platte.

Unsere Arbeitsweise: Wir nehmen die Höhen von Rändern und Ecken zu mehreren Zeitpunkten auf und orten Hohllagen. Instandgesetzt wird, wenn die Verformung abklingt. Sonst schleift man Ränder ab, die sich später wieder setzen.

Zementestrich: Estriche auf Dämm- oder Trennschicht schüsseln aus demselben Grund, oft an Raumecken. Ob das ein Mangel ist, hängt davon ab, ob der Estrich zum vereinbarten Zeitpunkt eben und belegreif ist. Wer auf einem noch verformten Estrich Fliesen verlegt, verlagert das Problem in den Belag.

Fugenausbrüche und Fugenkanten

Fugen öffnen sich durch Schwinden über Monate, und in Fahrwegen wird jede Kante bei jeder Überfahrt belastet. Typische Ursachen für Ausbrüche:

Für hoch belastete Kanten nennt die Arbeitshilfe Abfasen oder Kantenschutzprofile. Fachliche Praxis bei der Instandsetzung: Ausgebrochene Bereiche werden gerade aufgeschnitten, gereinigt und mit befahrbarem Reaktionsharz- oder Instandsetzungsmörtel neu profiliert, danach wird die Fuge neu geschnitten und gefüllt. Liegt die Platte hohl oder fehlt die Querkraftübertragung, wird zuerst diese Ursache behoben.

Rissarten und Rissbreiten in den Regelwerken

Das Zement-Merkblatt B 18 unterscheidet oberflächennahe Netzrisse von wenigen Zentimetern Tiefe, Trennrisse durch den ganzen Querschnitt und Biegerisse vom Zugrand bis etwa zur Nulllinie. Im Hallenboden zählen Trennrisse für Dichtheit und Befahrbarkeit, oberflächennahe Risse oft nur für das Erscheinungsbild.

RegelwerkWofür es giltAussage zur Rissbreite
DIN EN 1992-1-1 mit Nationalem Anhang, Tabelle 7.1DEBemessung tragender StahlbetonbauteileRechenwert 0,4 mm bei X0 und XC1; 0,3 mm bei XC2 bis XC4, XD1 bis XD3 und XS1 bis XS3; bei XD3 gegebenenfalls besondere Maßnahmen
DAfStb-Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton, Ausgabe Dezember 2017Bauteile, die wasserundurchlässig sein müssenEntwurfsgrundsatz a: Trennrisse vermeiden; b: Trennrissbreiten für Selbstheilung festlegen; c: Trennrisse zulassen und planmäßig abdichten. Rechenwerte je nach Druckgefälle und Nutzungsklasse 0,10 bis 0,20 mm
DBV-Merkblatt Industrieböden aus Beton, Februar 2017nicht tragende IndustriebödenAnforderungen an die Rissbildung (Abschnitt 3.3) und Entwurfsgrundsätze (5.2) werden projektbezogen festgelegt
Bauvertragjede Ausführungvereinbarte Werte und Erscheinungsbild gehen vor

Werte zu Eurocode 2 und WU-Richtlinie nach Zement-Merkblatt B 18, Tafel 3; Entwurfsgrundsätze nach Baunetz Wissen. Maßgeblich sind die Originaltexte.

Rechenwert und Messwert: Die Werte von Eurocode und WU-Richtlinie sind Rechenwerte der Bemessung. Eine einzelne gemessene Rissbreite ist mit ihnen nicht unmittelbar gleichzusetzen. Wie am Bauwerk gemessen und ausgewertet wird, beschreibt Anhang A1 des DBV-Merkblatts zur Rissbildung.

WU-Bodenplatten: Nutzungsklasse, Beanspruchungsklasse und Entwurfsgrundsatz werden zu Beginn der Planung festgelegt und dokumentiert. In Nutzungsklasse A sind keine Feuchtstellen zulässig, in Nutzungsklasse B Feuchtstellen, aber kein Ablaufen oder Tropfen. Grundsatz b setzt auf Selbstheilung, vor allem in Nutzungsklasse B; das Zement-Merkblatt B 18 nennt 0,20 mm auch für Nutzungsklasse A bei Bodenfeuchte. In Hallen betrifft das etwa Platten im Grundwasser, Gruben und Unterflurkanäle. Für Flächen nach AwSV siehe AwSV-Flächen nach TRwS 786.

Stahlfaserbeton und fugenarme Böden: Auch bei wenigen Fugen bleibt das Schwinden. Der Entwurf legt fest, wo Risse zugelassen sind, wie breit sie rechnerisch werden und wie sie behandelt werden. Das DBV-Merkblatt Industrieböden hat dafür einen Abschnitt zur Bemessung stahlfaserbewehrter Böden (7.3.5). Fehlt die Festlegung im Vertrag, ist später jeder Riss strittig.

Risse aufnehmen und bewerten

Ein Foto genügt für eine Bewertung nicht. Nach Zement-Merkblatt B 18 und unserer Arbeitsweise gehören zur Rissaufnahme:

KriteriumPrüffrageEinordnung
ErscheinungsbildIst eine Optik vereinbart, etwa für Ausstellungsflächen?feine, ruhende Risse sind oft nur optisch
BefahrbarkeitRiss in der Fahrspur, mit Versatz oder Kantenausbruch?in Fahrwegen kritisch
DichtheitMuss der Boden dicht sein, nach WU-Konzept, AwSV oder aus Hygienegründen?Trennrisse bis zum Nachweis als Schaden behandeln
DauerhaftigkeitChloride, Taumittel, chemischer Angriff, Betondeckung?nach Zement-Merkblatt zählt auch Dicke und Dichte der Betondeckung
TragfähigkeitRissbild aus Überlastung oder Setzung?Tragwerksplanung einbinden
EntwicklungRuht der Riss oder arbeitet er?bestimmt Zeitpunkt und Füllstoff

Einordnung nach unserer Arbeitsweise. Nach dem Zement-Merkblatt beurteilt ein qualifizierter Fachmann, bei vorgesehener Instandsetzung ein sachkundiger Planer, Ursache und Behandlung; wichtig ist, ob die Überbeanspruchung einmalig war oder wiederkehrt. Das DBV-Merkblatt Industrieböden behandelt die Beurteilung in Abschnitt 10.

Risse im Hallenboden aufnehmen und bewerten lassen
Unsere Bauingenieure nehmen Risse, Fugen und Verformungen auf, ordnen sie Ursache und Vertrag zu und beschreiben Instandsetzungsoptionen.
Bewertung anfragen

Instandsetzung: füllen, abdichten, Kanten erneuern

Vor dem Verfahren steht das Ziel: schließen, abdichten, kraftschlüssig verbinden oder Kanten schützen. Das Zement-Merkblatt B 18 unterscheidet drucklose Tränkung und Verpressung unter Druck sowie dehnfähige und kraftschlüssige Verbindungen. Als Füllstoffe nennt es Epoxidharz (EP), Polyurethanharz (PUR), Zementleim (ZL) und Zementsuspension (ZS).

VerfahrenWirkungTypischer EinsatzZu beachten
Tränken, oft Verharzen genanntFüllstoff dringt drucklos einfeine, ruhende Risse in waagerechten FlächenRiss sauber und trocken; begrenzte Tiefe
Verpressen mit EPkraftschlüssige Verbindungruhende Risse, über die Kraft übertragen werden sollarbeitet der Riss weiter, reißt der Beton daneben
Verpressen mit PURdehnfähige, abdichtende Füllungfeuchte oder wasserführende Rissenicht kraftschlüssig
Füllen mit ZL oder ZSmineralische Füllungbreitere Risse, HohlräumeVerträglichkeit mit dem Untergrund
Rissbandage oder rissüberbrückende BeschichtungAbdichtung an der OberflächeDichtflächen mit arbeitenden RissenVerschleiß unter Verkehr
Riss zur Fuge ausbildenRiss wird geschnitten, gefüllt, Kanten geschütztarbeitende Risse in FahrwegenFugenplan fortschreiben
UnterpressenHohlräume unter der Platte verfüllenSchüsselung, HohllagenDruck und Hebung kontrollieren

Wirkung und Füllstoffe nach Zement-Merkblatt B 18, Unterpressen nach NRMCA, Einsatz nach fachlicher Praxis; im Einzelfall entscheiden Instandsetzungsplanung und Herstellerangaben. Injektionsprodukte regelt DIN EN 1504-5.

Regelwerk: Bei nicht tragenden Industrieböden ist die Instandsetzung eine Frage von Vertrag und Technik. Betrifft die Instandsetzung die Standsicherheit eines tragenden oder aussteifenden Bauteils, gilt die Technische Regel Instandhaltung von Betonbauwerken des Deutschen Instituts für Bautechnik, Stand Mai 2020. Sie verlangt die Planung durch einen sachkundigen Planer. Aus unserer Sicht braucht im laufenden Lager jede Maßnahme Sperrbereiche, Aushärtezeiten bis zur Befahrung und eine dokumentierte Abnahme.

Mangel oder hinzunehmen: wie die Frage zu prüfen ist

Gesetz: Nach § 633 Abs. 2 BGB ist ein Werk frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Sonst kommt es auf die Eignung für die vorausgesetzte oder gewöhnliche Verwendung und die übliche Beschaffenheit an. In VOB/B-Verträgen nennt § 13 Abs. 1 VOB/B ausdrücklich auch die anerkannten Regeln der Technik. Daraus folgen drei Prüfschritte:

  1. Was war vereinbart? Leistungsbeschreibung, Pläne, Entwurfsgrundsatz zur Rissbildung, Rissbreiten, Ebenheit, Erscheinungsbild.
  2. Eignet sich der Boden für die Nutzung? Ein Riss mit Kantenausbruch in der Spur eines Schmalgangstaplers wiegt anders als ein feiner Schwindriss in einer Abstellfläche.
  3. Entspricht die Ausführung den anerkannten Regeln der Technik? Normen und Merkblätter geben dafür Anhaltspunkte, etwa zu Nachbehandlung, Fugenschnitt und Fugenabstand.

Fachliche Praxis: Ein Riss ist nicht von selbst ein Mangel, weil Beton reißt. Ein rissfreier Boden ist auch nicht von selbst mangelfrei, wenn etwa die Ebenheit fehlt. Das DBV-Merkblatt Industrieböden weist in Abschnitt 2.5 auf technische Grenzen bei der Herstellung hin. Aus unserer Sicht gilt: Wer eine weitgehend rissfreie Fläche braucht, muss sie vereinbaren, planen und bezahlen.

VOB/B und BGB: Manche Befunde gehen auf eine Vorgabe des Bauherrn zurück, etwa auf einen Fugenplan mit zu großen Feldern. Dann kommt es auch darauf an, ob der Unternehmer Bedenken angemeldet hat (§ 4 Abs. 3 und § 13 Abs. 3 VOB/B). Ist die Beseitigung nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich, darf der Unternehmer die Nacherfüllung verweigern (§ 635 Abs. 3 BGB); für VOB/B-Verträge regelt § 13 Abs. 6 VOB/B dann die Minderung.

Befunde vor der Abnahme gehören mit Vorbehalt ins Protokoll, siehe Industrieboden abnehmen und Bauabnahme nach VOB/B. Ob Ansprüche bestehen, klärt Ihre Rechtsanwältin oder Ihr Rechtsanwalt; die technische Bewertung liefert die Grundlage.

Befunde im Überblick: Technik, Vertrag und Kosten

BefundTechnische EinordnungVertragliche PrüffrageWirtschaftliche Folge
Netzrisse wenige Tage nach der BetonageFrühschwinden, oberflächennahNachbehandlung vereinbart und dokumentiert?meist beobachten; Aufwand bei vereinbarter Sichtfläche
Trennriss neben einer ScheinfugeFugenschnitt zu spät oder zu flachAusführungsfehler oder Planungsvorgabe?Riss als Fuge ausbilden, Kantenschutz
aufgewölbte Ränder mit KantenausbruchSchüsselung, HohllageEbenheit zum Abnahmezeitpunkt eingehalten?Schleifen, Unterpressen, Unterbrechung des Betriebs
feuchter Trennriss in einer WU-PlatteDichtheit nach Nutzungsklasse betroffenWU-Konzept und Dichtmaßnahme festgelegt?Injektion, Nutzung eingeschränkt bis zum Nachweis
Risse in einer AwSV-FlächeDichtheit der Fläche betroffenAnforderungen und Prüfpflichten nach AwSV eingehalten?Instandsetzung, je nach Anlage durch Fachbetrieb nach § 45 AwSV
Risse in einer Bestandshalle vor dem AnkaufUrsache und Alter unbekanntMängelhaftung übertragbar, Fristen offen?Einpreisen in der Due Diligence, Rückstellung für Instandsetzung

Die vertragliche Spalte nennt Prüffragen, keine rechtliche Bewertung. Für den Ankauf siehe Technische Due Diligence.

Unsere Rolle und Abgrenzung

Unsere Arbeitsweise: In der gutachterlichen Begleitung und Qualitätssicherung von Industrieböden nehmen unsere Bauingenieure Risse, Fugen und Verformungen auf. Sie werten Unterlagen aus und ordnen die Befunde Ursache und Vertrag zu. Wir beschreiben Instandsetzungsoptionen mit Folgen für Betrieb, Termine und Kosten und begleiten Abnahme und Mängelbeseitigung, in Rhein-Main, an der Bergstraße und in Rhein-Neckar, auch überregional. Prüfzeitpunkte je Gewerk zeigt der Ratgeber Baubegleitende Qualitätskontrolle.

Abgrenzung: Sachkundige Planer im Sinne der Technischen Regel Instandhaltung von Betonbauwerken sind wir nicht; bei tragenden Bauteilen binden wir Tragwerksplanung und einen sachkundigen Planer ein. Die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihrer Rechtsanwältin oder Ihrem Rechtsanwalt. In einem Projekt arbeiten wir immer nur für eine Partei. Leistungsumfang und Honorar stehen vor Beginn in einem schriftlichen Angebot.

Häufige Fragen

Feine Risse sind bei Beton häufig und nicht von selbst ein Mangel. Das DBV-Merkblatt zur Begrenzung der Rissbildung nennt Risse im Stahlbetonbau eine typische, die Bauart kennzeichnende Erscheinung. Kritisch sind Risse mit Höhenversatz, Kantenausbruch oder Feuchte und Risse in Flächen, die dicht sein müssen. Lassen Sie Lage, Breite und Zeitpunkt dokumentieren.

Eine allgemeine Grenze gibt es nicht; maßgeblich ist zuerst der Vertrag. Für tragende Stahlbetonbauteile nennt der Nationale Anhang zum Eurocode 2 Rechenwerte von 0,3 oder 0,4 mm. Für wasserundurchlässige Bauteile, die auf Selbstheilung der Trennrisse ausgelegt sind, nennt die WU-Richtlinie Werte zwischen 0,10 und 0,20 mm. Das sind Rechenwerte der Bemessung; einzelne Messwerte sind mit ihnen nicht unmittelbar gleichzusetzen.

Das Aufwölben der Plattenränder, weil die Oberseite stärker austrocknet und schwindet als die Unterseite. Die Ränder liegen dann hohl und können unter Staplerverkehr reißen oder ausbrechen. Die Verformung geht mit der Zeit oft zurück. DIN 18202 erfasst solche zeitabhängigen Verformungen nicht.

Ja. Je nach Ziel werden Risse drucklos getränkt, mit Epoxidharz kraftschlüssig oder mit Polyurethanharz dehnfähig verpresst, mit Zementsuspension gefüllt oder an der Oberfläche überbrückt. Arbeitende Risse in Fahrwegen werden oft wie eine Fuge ausgebildet. Vorher müssen Ursache und Rissbewegung geklärt sein.

Geschützte Kanten oder höhengleiche Fugenprofile in Fahrwegen, Querkraftübertragung an befahrenen Fugen und eine Fugenfüllung zum richtigen Zeitpunkt. Ausgebrochene Kanten werden aufgeschnitten und neu profiliert. Liegt die Platte hohl, muss zuerst das Auflager wiederhergestellt werden.

Doch. Stahlfasern übertragen Kräfte über einen entstandenen Riss und begrenzen so seine Breite. Gerade bei fugenarmen Böden muss der Entwurf festlegen, welche Risse zulässig sind und wie sie behandelt werden.

Weiterführende Seiten

Anfrage zu Rissen in Ihrem Hallenboden

Schildern Sie Befund, Alter des Bodens und Nutzung. Wir sehen uns Fotos und Unterlagen an und nennen den sinnvollen nächsten Schritt.

Anliegen besprechen Umfang und Honorar vorab schriftlich
Fachfrage zum Thema
Frage stellen