Freibad sanieren: Beckenauskleidung, Beckenkopf, Technik und Bauablauf
Eine Freibadsanierung entscheidet sich an drei Stellen: an der Beckenauskleidung, am Beckenkopf mit Überlaufrinne und an der Beckenhydraulik der Badewassertechnik nach DIN 19643. Gebaut wird zwischen zwei Badesaisons, deshalb bestimmen Vergabezeitpunkt und Witterung den Terminplan. Vor der Wahl der Bauweise stehen Zustandsaufnahme und Wasserbilanz. Förderung bietet unter anderem das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten.
In der ersten Runde des Bundesprogramms Sanierung kommunaler Sportstätten reichten Kommunen 287 Projektskizzen für Freibäder ein. Zusammen nannten sie rund 1,36 Milliarden Euro Gesamtkosten (Drucksache 21/5365). Typische Anlässe sind Wasserverluste, Frostschäden am Beckenkopf, abgelöste Fliesen und veraltete Badewassertechnik. Dieser Ratgeber ordnet Bauweisen, Schadensbilder und Regelwerke ein und zeigt, wie eine Sanierung zwischen zwei Saisons geplant und gesteuert wird. Für überdachte Bäder gilt der Ratgeber Hallenbad sanieren.
Rolle und Abgrenzung: In einem Projekt arbeiten wir immer nur für eine Partei, hier für Kommune oder Bäderbetrieb als Bauherr. Wir sind keine Fachplaner für Badewassertechnik und keine Tragwerksplaner. Wir koordinieren diese Fachplanungen, prüfen Schnittstellen, Kosten und Termine und überwachen die Ausführung.
Zustandsaufnahme vor der Variantenentscheidung
Ob Fliesen, Edelstahl oder Folie, lässt sich erst nach einer Zustandsaufnahme entscheiden. Sie beginnt mit den Unterlagen: Bestandspläne, Statik, Revisionsunterlagen der Technik, Betriebstagebuch mit Nachspeisemengen und die Befunde des Gesundheitsamts. Danach folgt die Begehung im entleerten Becken, wenn die Auftriebssicherheit das zulässt.
- Beckenkörper: Risse, Abplatzungen, freiliegende Bewehrung, Zustand der Fugen.
- Auskleidung: Hohllagen durch Abklopfen, Fugenschäden, Rutschhemmung, Ablösungen.
- Beckenkopf und Rinne: Höhenlage der Überlaufkante, Frostschäden, Roste, Rinnenabläufe.
- Durchdringungen und Leitungen: Einströmdüsen, Bodenabläufe, Scheinwerfer, Leitungen unter dem Becken, Schwallwasserbehälter.
- Umfeld: Technikgebäude, Umkleiden und Sanitär, Wege, Barrierefreiheit, Wärmeversorgung.
Ergebnis ist ein Zustandsbericht mit Ursachen, Dringlichkeit und Kostenrahmen nach DIN 276. Sicherheitstechnische Anforderungen an Planung und Bau öffentlicher Bäder enthält DIN EN 15288-1:2024-10, sie gehören in die Bewertung.
Drei Ebenen in diesem Beitrag: Was Gesetz und Norm verlangen, stammt aus § 37 Infektionsschutzgesetz, dem Bauordnungsrecht und Normen wie DIN 19643, DIN EN 15288-1, DIN 18535 und DIN 18040-1. Empfehlungen geben das Umweltbundesamt (Hygieneanforderungen an Bäder, 2026), die DGUV Information 207-006, das Merkblatt 831 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, einer Gemeinschaftsorganisation der Edelstahlbranche, die KOK-Richtlinien für den Bäderbau (Ausgabe 2022) und Herstellerangaben. Wo wir unsere eigene Arbeitsweise beschreiben, steht das ausdrücklich dabei.
Unterlagen für den Variantenvergleich
- Zustandsbericht mit Fotos, Aufmaß und Schadenskartierung von Becken, Beckenkopf und Rinne
- Wasserbilanz der letzten Saisons und Ergebnis der Leckortung
- Grundwasserstand und Aussage der Tragwerksplanung zur Auftriebssicherheit
- Bestandsaufnahme der Badewassertechnik mit Aussage der Fachplanung zur Hydraulik
- Kostenrahmen nach DIN 276 je Variante, getrennt nach förderfähigen und nicht förderfähigen Kosten
- Terminplan je Variante mit Saisonfenstern und Förderfristen
Beckenauskleidung im Vergleich
| Bauweise | Aufbau | Stärken | Grenzen und Prüfpunkte |
|---|---|---|---|
| Betonbecken mit Fliesen | Stahlbeton, Abdichtung im Verbund nach DIN 18535-3:2017-07, Kleber, keramischer Belag | robust, in Teilflächen reparierbar, Rutschhemmung über die Belagswahl | Hohllagen und Fugenschäden lassen Wasser in den Aufbau, das bei Frost Schäden verursacht |
| Betonbecken mit Beschichtung | Untergrundvorbereitung, Reprofilierung, Beschichtungssystem eines Herstellers | fugenarm, geringe Aufbauhöhe | hängt an Untergrundfeuchte, Haftung und Verarbeitungsbedingungen |
| Edelstahlbecken | Wanne aus nichtrostendem Stahl, neu oder in den alten Beckenkörper eingebaut | nach dem Merkblatt 831 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei frostunempfindlich und ganzjährig einbaubar; alte Kachelung muss nicht entfernt werden | Werkstoffwahl nach Chloridgehalt und Spalten, Spritzbereiche und Rinnen regelmäßig reinigen |
| Folienauskleidung | Kunststoffbahn auf dem vorhandenen Beckenkörper, Nähte verschweißt, Befestigung an Profilen | kurze Bauzeit, geringe Aufbauhöhe | tragfähiger, ebener Untergrund nötig, mechanisch verletzlich, Eignung für öffentliche Bäder nachweisen lassen |
Für Beckenauskleidungen nennt das Merkblatt 831 in der 3. Auflage von 2016 den Werkstoff 1.4404 als Standard. Im Kaltwasserbetrieb nennt das Merkblatt für diese Stahlgruppe Orientierungswerte bis etwa 1.000 mg/l Chlorid, bei sehr engen Spalten etwa 500 mg/l. Wird Beckenwasser zum Wassersparen stark im Kreislauf geführt, kann der Chloridgehalt einige 100 mg/l erreichen. Wassersparen und Werkstoffwahl gehören deshalb in dieselbe Planung.
Für Beläge in nassbelasteten Barfußbereichen gibt die DGUV Information 207-006, Ausgabe Dezember 2025, die Anforderungen an die Rutschhemmung vor. Sie ist ein Regelwerk der Unfallversicherung, kein Gesetz. Beckenumgänge fallen dort in Bewertungsgruppe B, ins Wasser führende Treppen und begehbare Beckenköpfe in Gruppe C. Herstellerunabhängige Lebensdauerangaben zu den Bauweisen haben wir in amtlichen Quellen nicht gefunden. Wir nennen deshalb keine Jahreszahlen. Rechnen Sie im Variantenvergleich mit gekennzeichneten Herstellerangaben und eigenen Betriebsdaten.
Beckenkopf und Überlaufrinne
Bei Becken mit Überlaufrinne liegt der Wasserspiegel auf Höhe der Überlaufkante. Das Wasser läuft über die Kante in eine Rinne, etwa eine Wiesbadener Rinne, und von dort in den Schwallwasserbehälter. Dieser puffert das von Badegästen verdrängte Wasser und speist die Aufbereitung. Der Beckenkopf ist besonders beansprucht durch Frost und Tauwasser, Spritzwasser, Chemikalien und Lasten aus dem Beckenumgang.
- Höhenlage: Eine ungleichmäßige Überlaufkante lässt nur Teile der Rinne überlaufen, die Oberfläche wird ungleichmäßig abgezogen. Die Kante wird deshalb vor und nach der Sanierung nivelliert, die Toleranz legen Fachplanung und Hersteller fest.
- Rinne und Abläufe: Querschnitte und Leitungen zum Schwallwasserbehälter passen zum Volumenstrom der neuen Hydraulik.
- Abdeckung: Roste und Profilelemente sind nach DGUV Information 207-006 der Bewertungsgruppe B zugeordnet.
- Fugen: Die Fuge zwischen Beckenkopf und Umgang nimmt Bewegungen aus Temperatur und Setzung auf.
- Edelstahlrinnen: Auftrocknendes Wasser reichert Chloride an, das Merkblatt 831 verlangt dort ausreichende Reinigung.
Beckenhydraulik und Badewassertechnik nach DIN 19643
Gesetzlich gilt § 37 Abs. 2 Infektionsschutzgesetz: Wasser in öffentlichen Bädern muss so beschaffen sein, dass keine Schädigung der Gesundheit zu besorgen ist. Die Aufbereitung muss eine Desinfektion einschließen. Becken und Aufbereitung überwacht das Gesundheitsamt (§ 37 Abs. 3 IfSG). Als allgemein anerkannte Regeln der Technik nennt das Umweltbundesamt in seiner Empfehlung „Hygieneanforderungen an Bäder und deren Überwachung“ von 2026 unter anderem die Normenreihe DIN 19643. Teil 1 liegt in der Ausgabe 2023-06 vor und ersetzt die Ausgabe 2012-11. Nach Angaben von DIN Media enthält er neue Vorgaben zu Nennbelastung, Volumenströmen und Mindestüberlauf sowie Ergänzungen zur Beckenhydraulik.
Für den Bau heißt das: Lage und Zahl der Einströmöffnungen, die Rinne und die Abläufe bestimmen, wie das Becken durchströmt wird. Ändern sich Geometrie, Wassertiefe oder Auskleidung, ändert sich die Hydraulik. Die Fachplanung Badewassertechnik muss deshalb vor der Ausführungsplanung des Beckens stehen. Schnittstellen sind Durchdringungen und ihre Abdichtung, Leitungen unter dem Becken, Schwallwasserbehälter, Technikraum, Chemikalienlager und Potenzialausgleich. Wir planen diese Technik nicht. Wir prüfen, ob Bauweise, Termine und Schnittstellen zur Fachplanung passen.
Winterschäden, Frost und Auftrieb
Winterschäden entstehen, wenn Wasser in Hohllagen, Fugen oder Betonporen gefriert. Typisch sind abgelöste Fliesen und Abplatzungen am Beckenkopf. Ein gefülltes Becken erfährt Eisdruck, ein leeres bei hohem Grundwasser Auftrieb und einseitigen Erddruck. Ob ein Becken leer überwintern darf, entscheidet deshalb die Tragwerksplanung, nicht der Betrieb.
Für Edelstahlbecken empfiehlt ein Hersteller, sie gefüllt zu überwintern und den Wasserspiegel um etwa 20 bis 30 cm unter die Überlaufkante abzusenken. Das Wasser hält nach dieser Herstellerangabe Erd- und Grundwasserdruck entgegen. Frostgefährdete Leitungen und Armaturen werden entleert, flache Becken wie Planschbecken ganz. Für Fliesen- oder Folienbecken gelten die Vorgaben des jeweiligen Systemherstellers. Das Überwinterungskonzept gehört in die Sanierungsplanung und in die Betriebsanweisung. Im Frühjahr folgen Prüfung auf Hohllagen, Kontrolle von Fugen und Beckenkopf und eine Druckprüfung der Leitungen vor dem Füllen.
Undichtigkeiten und Wasserverlust eingrenzen
Nachspeisung entsteht durch Verdunstung, ausgetragenes Wasser, Filterrückspülung, Leckagen und den hygienisch nötigen Frischwasserzusatz. Das Umweltbundesamt nennt dafür im Wochendurchschnitt mindestens 30 Liter je Badegast. Erst wenn die Leckage gefunden ist, lässt sich die Bauweise sinnvoll wählen. Eine neue Auskleidung dichtet das Becken, aber keine undichte Leitung darunter. Wir steuern die Eingrenzung in dieser Reihenfolge, Druckprüfungen und Leckortung führen Fachfirmen aus:
- Wasserbilanz aus dem Betriebstagebuch: Nachspeisung je Tag gegen Wetter, Besucherzahl und Rückspülmengen.
- Pegel bei abgeschalteter Umwälzung über Nacht beobachten und mit dem Betrieb vergleichen. So trennt man Becken und Leitungsnetz.
- Leitungen abschnittsweise absperren und Druck prüfen.
- Durchdringungen, Fugen und Rinnenstöße gezielt prüfen, bei Verdacht mit Farbstoff.
Austretendes Wasser kann die Bettung unter dem Becken ausspülen und Setzungen auslösen. Verloren gehen außerdem Wärme und Chemikalien. Das Bundesprogramm fördert ausdrücklich Maßnahmen, die Wasserverbrauch senken.
Bauzeit zwischen zwei Badesaisons
Die Bauzeit liegt zwischen zwei Saisons und damit im Herbst, Winter und Frühjahr. Beton, Abdichtungen, Beschichtungen, Fliesenkleber und Folienschweißung haben Mindesttemperaturen und Feuchtegrenzen nach Norm und Herstellerangabe. Edelstahl lässt sich nach Merkblatt 831 ganzjährig einbauen, Betonarbeiten am Beckenkopf bleiben aber witterungsabhängig. Planen Sie Witterungsschutz und Puffer ein. Gerechnet wird rückwärts vom Saisonbeginn.
| Zeitraum (fiktives Beispiel) | Meilenstein |
|---|---|
| Herbst und Winter davor, rund ein Jahr vor Baubeginn | Ausführungsplanung und Leistungsverzeichnisse fertig, Fachplanung Badewassertechnik abgestimmt |
| Frühjahr im Vorjahr | Ausschreibung, bei Förderung Zuwendungsbescheid vor dem Zuschlag |
| Sommer im Vorjahr | Zuschlag, Bestellung von Edelstahl, Technik und Sonderbauteilen |
| Saisonende im September | Entleeren, Rückbau, Beginn am Beckenkopf |
| Oktober bis März | Beckenkörper, Auskleidung, Rinne, Leitungen, Technik |
| April | Dichtheitsprüfung, Füllen, Inbetriebnahme, Abnahme |
| Mai | Probebetrieb, Wasserproben, Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, Saisonbeginn |
Kommt der Zuschlag erst im Herbst, reicht die Bauzeit im Beispiel nicht mehr. Dann muss vorab entschieden sein, ob die Saison ausfällt oder in zwei Wintern gebaut wird. Bei Förderung zählen außerdem die Fristen des Bescheids.
Barrierefreiheit und Energie
Für öffentlich zugängliche Anlagen wie Sport- und Freizeitstätten verlangt das Bauordnungsrecht der Länder Barrierefreiheit in den Teilen für den Besucherverkehr, in Hessen § 54 HBO. Ausnahmen sind bei unverhältnismäßigem Mehraufwand möglich. Technische Grundlage ist DIN 18040-1:2010-10, ein Entwurf zur Überarbeitung liegt seit Februar 2023 vor. Im Freibad betrifft das den stufenlosen Weg vom Eingang zum Beckenumgang, Umkleiden, Duschen und den Beckenzugang über Treppe mit Handlauf, Rampe oder Lifter. Für ins Wasser führende Treppen nennt die DGUV Information 207-006 Bewertungsgruppe C. Das Bundesprogramm fördert Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Als eigenes Bewertungskriterium nannte sie nur der Aufruf SKS I, der laufende Aufruf SKS II nicht.
Ein offenes Becken verliert Wärme vor allem über die Wasseroberfläche. Wirksam sind eine Abdeckung außerhalb der Öffnungszeiten sowie Wärme aus Solarabsorbern, Wärmepumpen, Abwärme oder Wärmenetz. Das Bundesprogramm bewertet bei Freibädern mindestens 75 Prozent erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme in der Wärmeversorgung positiv. Bei Gebäuden fördert es keine eigenständigen fossilen Heizkessel. Absorber und Wärmepumpen brauchen Fläche, Tragfähigkeit und gegebenenfalls Schallschutz zur Nachbarschaft.
Wir stellen Bauweisen, Kosten nach DIN 276, Bauzeit und Förderfähigkeit gegenüber, als Grundlage für Ihren Ratsbeschluss.
Variantenvergleich anfragen
Sanierungsentscheidungen und ihre Folgen
| Entscheidung | Technische Folge | Rechtliche Folge | Wirtschaftliche Folge |
|---|---|---|---|
| Edelstahlwanne im alten Becken | neue Rinne und Höhenanschlüsse, geringer Rückbau | baurechtliche Einordnung mit der Bauaufsicht klären, Spezialgewerk in der Vergabe | Investition im Variantenvergleich prüfen, kürzere Bauzeit |
| Fliesen auf saniertem Beton | Betoninstandsetzung, Abdichtung nach DIN 18535, Rutschhemmung nachweisen | mehrere Gewerke, Schnittstellen im Vertrag regeln | Kosten hängen am Betonzustand |
| Geometrie oder Wassertiefe ändern | Hydraulik neu nach DIN 19643 | Abstimmung mit Gesundheitsamt, gegebenenfalls Genehmigung | Technik und Becken in einem Zug |
| Nur Technik erneuern | Hydraulik bleibt durch alte Einströmungen begrenzt | Überwachung nach § 37 IfSG unverändert | günstiger, spätere Beckensanierung greift erneut ein |
| Erneuerbare Wärme | Flächen, Statik, Schall | Immissionsschutz, Förderkriterium 75 Prozent | Betriebskosten abhängig von Strom- und Wärmepreis, weniger fossile Brennstoffe |
Typische Fehler mit Ursache und Folge
- Auskleidung vor Leckortung gewählt: Der Leitungsschaden bleibt, der Wasserverlust auch.
- Hydraulik nicht neu geplant: Alte Einströmungen bleiben, Betrieb und Wasserqualität verbessern sich kaum.
- Beckenkopf nicht nivelliert: ungleichmäßiger Überlauf und Nacharbeit an der Rinne.
- Zuschlag zu spät: Die Bauzeit reicht nicht, die Saison fällt aus.
- Verarbeitungsbedingungen nicht im Terminplan: Arbeiten bei Frost oder Nässe führen zu Haftungsmängeln.
- Auftrieb übersehen: Ein leeres Becken bei hohem Grundwasser wird beschädigt.
- Bauvertrag vor dem Förderbescheid: Die Förderung entfällt.
Ablauf mit Prüfpunkten je Phase
| Phase | Inhalt | Prüfpunkt |
|---|---|---|
| 1 Bestand | Zustandsaufnahme, Wasserbilanz, Leckortung | Ursachen bekannt, Auftriebssicherheit geklärt |
| 2 Varianten | Sanierung, Teilsanierung, Ersatzneubau, Kostenrahmen nach DIN 276 | Ratsbeschluss zur Variante, Förderfähigkeit geprüft |
| 3 Planung | Vor- und Entwurfsplanung mit Badewassertechnik, Kostenberechnung | Hydraulikkonzept steht, Gesundheitsamt eingebunden |
| 4 Förderung | Projektskizze, Zuwendungsantrag | kein Vorhabenbeginn vor dem Bescheid |
| 5 Vergabe | Ausführungsplanung, Leistungsverzeichnisse, Ausschreibung | Zuschlag spätestens im Sommer vor Baubeginn, Bindefristen passend |
| 6 Ausführung | Bau in der badefreien Zeit, Bauüberwachung, Qualitätssicherung | Dichtheit, Höhenlage der Überlaufkante, Rutschhemmung |
| 7 Übergabe | Abnahme, Inbetriebnahme, Probebetrieb, Dokumentation, Überwinterungskonzept | Mängel erfasst, Verwendungsnachweis vorbereitet |
Für neue Beläge empfiehlt die DGUV Information 207-006 Rückstellproben von mindestens 2 m², eine Nullmessung und eine Kontrollmessung nach der Bauendreinigung vor der Inbetriebnahme. Das ist eine Empfehlung, keine Pflicht. Wir nehmen sie in den Qualitätssicherungsplan auf. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt der Ratgeber baubegleitende Qualitätskontrolle.
Unsere Arbeitsweise im Freibadprojekt
Das Folgende beschreibt, wie wir arbeiten, keine Vorgabe aus Norm oder Förderprogramm. Unsere Bauingenieure übernehmen für Kommune oder Bäderbetrieb die Zustandsaufnahme, den Variantenvergleich und den Kostenrahmen nach DIN 276. Wir stellen den Terminplan rückwärts vom Saisonbeginn auf und legen die Vergaben so, dass Zuschlag und Förderbescheid zusammenpassen. In der Ausführung prüfen wir vor allem die Punkte, die später unter Wasser oder unter dem Belag verschwinden:
- Untergrund und Abdichtung vor dem Belag, Anschlüsse an Durchdringungen und Einbauteile,
- Höhenlage der Überlaufkante und Gefälle der Rinne,
- Dichtheitsprüfung von Becken und Leitungen nach Vorgabe der Fachplanung,
- Rutschhemmung, Fugen und Übergänge im Beckenumgang,
- Dokumentation für Abnahme, Gesundheitsamt und Verwendungsnachweis.
Aus der Beratung eines ausführenden Unternehmens bei der Sanierung eines kommunalen Hallenbads kennen wir die Schnittstellen von Dämmung, Fassadenaufbau und Abdichtung. Dort haben wir auch Nachträge und Bauzeit gesteuert. Bei Freibädern betrifft das vor allem Umkleiden und Technikgebäude. Leistungsumfang und Honorar stehen vor Beginn in einem schriftlichen Angebot. Mehr unter Projektsteuerung im Bäderbau, Vergabefragen behandelt der Ratgeber Vergaberecht 2026 für Kommunen.
Häufige Fragen
Eigene Preise nennen wir nicht. Einen Anhaltspunkt geben die Angaben der Kommunen in der ersten Runde des Bundesprogramms: 287 Skizzen für Freibäder mit zusammen rund 1,36 Milliarden Euro Gesamtkosten, im Mittel rund 4,75 Millionen Euro je Skizze (eigene Rechnung aus Drucksache 21/5365). Das sind Planungsangaben, keine abgerechneten Kosten. Belastbar wird der Wert erst mit Zustandsaufnahme und Kostenschätzung.
Das hängt vom Zustand des Beckenkörpers, von Leckagen, Bauzeitfenster, Hydraulik und Betrieb ab. Edelstahl lässt sich in alte Becken einbauen und ganzjährig montieren, Fliesen sind robust und teilweise reparierbar, Folie ist schnell, braucht aber einen guten Untergrund. Entscheiden sollte ein Variantenvergleich mit Kosten über die Nutzungsdauer.
Die Bauzeit muss zwischen zwei Saisons passen. Planung, Förderung und Vergabe können länger dauern als der Bau selbst. Umfangreiche Maßnahmen können zwei Winter oder eine ausgefallene Saison erfordern.
Das entscheidet die Tragwerksplanung. Bei hohem Grundwasser droht einem leeren Becken Auftrieb. Für Edelstahlbecken empfiehlt ein Hersteller, sie gefüllt mit abgesenktem Wasserspiegel zu überwintern und frostgefährdete Leitungen zu entleeren.
Sie gilt nach der Empfehlung des Umweltbundesamts als allgemein anerkannte Regel der Technik für die Badewasseraufbereitung einschließlich Beckenhydraulik. Teil 1 liegt in der Ausgabe 2023-06 vor. Ändern sich Becken, Rinne oder Einströmungen, muss die Hydraulik neu geplant werden. Das übernimmt ein Fachplaner für Badewassertechnik.
Das Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten fördert Freibäder mit bis zu 45 Prozent, bei Haushaltsnotlage bis zu 75 Prozent. Projektskizzen für SKS II sind bis zum 1. Februar 2027 einzureichen. In Hessen gibt es zusätzlich das Landesprogramm SWIMplus.
Anfrage zu Ihrem Freibad
Ergibt sich aus dem Beitrag Prüf- oder Steuerungsbedarf für Ihr Freibad, sehen wir uns Unterlagen, Zustand und Termine an. Danach nennen wir den sinnvollen nächsten Schritt.